Konjuntur
EZB sieht Anzeichen für Stabilisierung

Nach der langen Talfahrt des Welthandels sieht auch die Europäische Zentralbank erste zaghafte Anzeichen einer Stabilisierung. Die Aussichten für die Auslandsnachfrage nach Waren und Dienstleistungen aus dem Euroraum beurteilt die EZB allerdings nicht so positiv.

HB FRANKFURT. Wie die Notenbank in ihrem Monatsbericht schreibt, deutet der Frühindikator der OECD bei den meisten OECD-Ländern auf eine langsamere Abschwächung der Wirtschaftsleistung hin. Es sei jedoch zu früh, von einem definitiven Wendepunkt zu sprechen. Von den Ländern außerhalb der OECD befänden sich noch mehrere Volkswirtschaften in einer Rezession. Dies gelte allerdings nicht für China und Indien.

Zwar sind die globalen Konjunkturaussichten nach Einschätzung der Notenbank nach wie vor "mit außergewöhnlich hoher Unsicherheit behaftet". Die Risiken seien jedoch ausgewogen. Denn auf der einen Seite könnten sich die umfangreichen Konjunkturprogramme sowie andere wirtschaftspolitische Maßnahmen stärker als erwartet auswirken. Auch das Vertrauen könne schneller zunehmen als derzeit angenommen.

Auf der anderen Seite bestünden aber weiterhin Bedenken im Zusammenhang mit einer stärkeren oder länger andauernden negativen Auswirkung der Finanzmarktturbulenzen auf die Realwirtschaft. Auch weitere Preissteigerungen bei Öl und anderen Rohstoffen oder ein Anstieg der Arbeitslosenzahlen könnten sich negativ auswirken.

Nach Einschätzung der EZB werden die Unternehmen im Euroraum auch in nächster Zeit nur sehr zaghaft investieren. Jüngsten Indikatoren zufolge dürfte die Investitionstätigkeit zunächst gedämpft bleiben und dem Konjunkturaufschwung möglicherweise erst mit zeitlicher Verzögerung folgen. Im laufenden Jahr dürften die Investitionen demnach mit über zehn Prozent weitaus stärker zurückgehen als die Wirtschaftsleistung.

Insgesamt rechnet die EZB nach einer konjunkturellen Stabilisierungsphase erst ab Mitte 2010 wieder mit positiven Wachstumsraten. Im laufenden Jahr dürfte die Entwicklung demnach schwach bleiben. Weitere Zinssenkungen schließt die Notenbank zwar nicht kategorisch aus. Sie betont aber, dass sie das aktuelle Leitzinsniveau für "angemessen" hält. Die EZB hatte den wichtigsten Zins zur Versorgung der Kreditwirtschaft mit Zentralbankgeld seit Oktober 2008 angesichts der Rezession im Euro-Raum in mehreren Schritten auf das aktuelle Rekordtief von 1,0 Prozent gesenkt.

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