Konsequenzen für den Arbeitsmarkt
Weltwirtschafts-Institut sieht Gefahr der Lethargie nach Wahl

Das Hamburgische Weltwirtschafts-Institut (Hwwi) hat seine Wachstumsprognosen für Deutschland 2005 und 2006 wegen des hohen Ölpreises gesenkt.

dpa-afx HAMBURG. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) werde nicht wie noch im Juli erwartet um 0,7 Prozent zulegen, sondern lediglich um 0,6 Prozent, teilte das Hwwi am Montag in Hamburg mit. Im kommenden Jahr rechnen die Forscher nur noch mit einem Wachstum von 1 (bisher 1,3) Prozent.

Die Korrektur spiegele allein die stärkeren Belastungen der privaten Haushalte und Unternehmen durch die höheren Preise für Rohöl und andere Energieträger wider, heißt es in der Studie. So werde sich der Ölpreis im Berichtszeitraum nicht bei 50 Dollar je Barrel (159 Liter), sondern bei rund 60 Dollar je Barrel halten.

Auswirkungen des Ergebnisses der Bundestagswahl seien bei der Revision noch nicht berücksichtigt. Es sei unterstellt, dass rasch eine handlungsfähige Regierung gebildet werde und dass notwendige Reformen zügig in Angriff genommen würden. Sollte dies nicht der Fall sein, bestehe die Gefahr, dass die deutsche Wirtschaft in Lethargie verharre und der Attentismus von Verbrauchern und Unternehmen fortbestehe, warnen die Forscher. In diesem Fall könnte sich selbst eine Wachstumsrate von 1 Prozent für das nächste Jahr noch als zu optimistisch erweisen.

Das geringere Wachstum habe auch Konsequenzen für den Arbeitsmarkt. So falle der Anstieg der Zahl der Erwerbstätigen etwas geringer aus. Das Defizit dürfte gemessen am BIP im laufenden Jahr bei 3,6 Prozent und im kommenden Jahr bei 3,3 (bisher 3,2) Prozent liegen. Deutschland verstoße damit weiter gegen den Europäischen Stabilitätspakt, der eine Defizitobergrenze von drei Prozent vorsieht.

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