Konsum 2007 noch auf Sparflamme
Deutsche sitzen auf ihren Ersparnissen

Die Deutschen sparen so viel wie seit Jahren nicht mehr. Trotz steigender Preise werden die Bundesbürger wohl auch 2007 wieder eine Rekordsumme ansammeln. Die steigenden Vermögen können aber den Konsum in diesem Jahr nicht ankurbeln. Statt ihr Geld für Lebensmittel, Kleidung und Reisen auszugeben, tragen es die Deutschen lieber woanders hin.

HB BERLIN. Die Deutschen haben im ersten Halbjahr fast 84 Milliarden Euro auf die hohe Kante gelegt. Im Schnitt schaffte jeder Bundesbürger 170 Euro pro Monat zur Seite, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Der gesparte Betrag entspricht 10,9 Prozent des verfügbaren Einkommens.

„Damit ist das Niveau von Mitte der neunziger Jahre wieder erreicht“, hieß es. In den ersten sechs Monaten 2006 hatte die Sparquote saisonbereinigt noch 10,5 Prozent betragen. Die führenden Forschungsinstitute sagten in ihrem Herbstgutachten für das Gesamtjahr einen Anstieg der Ersparnisse um rund acht Milliarden auf den Rekordwert von gut 166 Milliarden Euro voraus.

Grund dafür ist die gute Konjunktur. „Durch höhere Einkommen und die zunehmende Beschäftigung ist mehr Geld vorhanden“, sagte Ulrike Kastens von Sal. Oppenheim. Auch die Erhöhung der Mehrwertsteuer zu Jahresbeginn hat die Sparneigung offenbar erhöht. „Die Deutschen haben weniger Geld in den Konsum gesteckt, das Resultat ist der Anstieg der Sparquote“, sagte Joachim Scheide vom Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW).

2008 werde die Sparquote wieder sinken, weil die privaten Haushalte mehr Geld für den Konsum locker machen dürften. Das IfW und andere Institute sehen den privaten Konsum im kommenden Jahr als tragende Säule des Aufschwungs.

2006 hatten die Deutschen so viel gespart wie noch nie seit der Wiedervereinigung. Sie legten gut 158 Milliarden Euro beiseite. Das macht 1920 Euro pro Kopf. Gleichzeitig investierten sie aber deutlich weniger: Insgesamt 36 Milliarden Euro flossen in Investitionen, vor allem für den Wohnungsbau. 1995 hatten die privaten Haushalte mit 80 Milliarden Euro noch mehr als doppelt so viel dafür ausgegeben.

Lieber zur Bank

Berechnungen der Bundesbank zufolge stieg das Geldvermögen der privaten Haushalte im vergangenen Jahr um 128 Milliarden Euro. Davon wurden 42 Milliarden Euro bei Banken angelegt. 37 Milliarden Euro flossen in verzinsliche Wertpapiere, 25 Milliarden Euro in Lebensversicherungen.

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