Konsum
Einzelhandel-Zahlen schüren Konjunktursorgen

Der Einzelhandel ist schwach ins Frühjahr gestartet. Analysten beurteilen die Zahlen als enttäuschend. Schließlich bestärken sie die Zweifel, dass der private Konsum in diesem Jahr als Wachstumsträger ausfällt.

HB BERLIN. Die Einnahmen der Branche gingen im Vergleich zum März um 1,3 und preisbereinigt (real) sogar um 1,7 Prozent zurück, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Im Vergleich zum Vorjahr hatten die Einzelhändler nominal 1,5 Prozent mehr in der Kasse. Allerdings hatte der April diesmal drei Verkaufstage mehr als der Vorjahresmonat. Preisbereinigt blieben 1,0 Prozent weniger als im April 2007. Volkswirte hatten mit einem realen Zuwachs von 0,6 Prozent zum Vormonat gerechnet und minus 1,9 Prozent zum Vorjahr vorausgesagt.

Einbußen mussten die Lebensmittel- und Getränkehändler hinnehmen. Hier stagnierte der Umsatz auf Jahressicht, real ging er sogar um 4,8 Prozent zurück. Die sonstigen Geschäfte erzielten mit Ausnahme der Modegeschäfte und Warenhäuser mehr Umsatz.

Von Januar bis April hatten die Einzelhändler 1,6 Prozent mehr in den Kassen als im Vorjahreszeitraum, real aber 0,9 Prozent weniger. 2007 war der Aufschwung am Einzelhandel vorbeigegangen. Die Mehrwertsteuererhöhung sowie steigende Lebensmittel- und Energiepreise hatten die Kaufkraft der Deutschen sinken lassen.

"Der Ölpreis entscheidet"

Analysten äußerten sich enttäuscht über die Zahlen: "Alles deutet darauf hin, dass das zweite Quartal schwach wird. Auch der Mai dürfte für den Einzelhandel nicht die Wende bringen", sagt Ralph Solven von der Commerzbank. "Unter den hohen Sprit- und Lebensmittelpreisen leidet der private Verbrauch. Die Kaufkraft ist nicht da. Die Leute haben einfach nicht das Geld, um kräftig in den Konsum zu investieren."

Ulrike Kastens von Sal. Oppenheim meinte, dass die Verbraucher verunsichert seien. "Sie haben zwar mehr Geld in der Tasche, aber real werden die Lohnzuwächse durch steigende Preise zu einem großen Teil wieder aufgefressen. Das erdrückt den Einzelhandel im Moment. Der Ölpreis entscheidet, wie es weitergeht mit dem Einzelhandel."

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