Konsum schwächelt
Deutsches Wirtschaftswachstum kühlt sich ab

Die deutsche Wirtschaft hat in den letzten drei Monaten des vergangenen Jahres eine deutliche Abkühlung ihrer Wachstumsdynamik verzeichnet. Negative Impulse gab es vor allem von einer Seite.

HB WIESBADEN. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) kletterte im vierten Quartal gegenüber dem Vorquartal real um 0,3 Prozent, teilte das Statistische Bundesamt mit. Für das Gesamtjahr bestätigten die Statistiker ihre erste Schätzung von 2,5 Prozent Wachstum. Das war trotz der Mehrwertsteuererhöhung das zweite starke Wachstumsjahr in Folge.

Grund für die Schwäche im vierten Quartal sei vor allem der rückläufige Konsum der privaten Haushalte. Dagegen wurde das Wachstum getragen vom Außenhandel und den kräftig gestiegenen Investitionen der Unternehmen in Maschinen und Anlagen. Deutschland verteidigte 2007 zum fünften Mal in Folge seinen Titel als Exportweltmeister.

Wegen des schwachen Jahresausklangs rechnen Volkswirte für 2008 nur noch mit einem Wachstum von unter zwei Prozent. Im Vorjahr hatte sich die Konjunktur zunächst schneller beschleunigt: Zu Jahresbeginn 2007 hatte der Zuwachs noch 0,6 Prozent betragen, sich danach auf 0,2 Prozent abgeschwächt und im Herbst auf 0,7 Prozent beschleunigt.

Volkswirte sagten in ersten Reaktionen: „Die Zahlen stellen keine Überraschung da. Investitionen und Außenhandel waren die erwarteten Stützen. Der Konsum ist am Jahresende schwach geblieben, weil die Teuerung die Einkommenszuwächse aufgezehrt hat", sagte Jörg Lüschow von der WestLB.

Sebastian Wanke von der Dekabank meinte: „Das ist der Auftakt einer ausgedehnten Schwächephase. Sie wird sich bis weit in den Sommer hineinziehen. Der Außenhandel dürfte wegen des starken Euro und der schwächeren Weltwirtschaft das Wachstum nicht mehr stützen." Das sieht auch Ulrike kastens von Sal. Oppenheim so: "Wir stellen auch fest, dass sich die Stimmung eintrübt. Der Fahrtwind wird rauer. Die besten Zeiten der Wirtschaftsdynamik sind vorbei.“

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