Konsum und Konjunktur
Die Briten sorgen sich um den Häusermarkt

Die Abkühlung auf dem britischen Immobilienmarkt wird von Monat zu Monat deutlicher. Immer mehr Ökonomen erwarten, dass die Hauspreise im kommenden Jahr überhaupt nicht mehr steigen oder gar sinken werden. Gleichzeitig schwächt sich auch der Konsum ab. Die Vorzeichen für einen deutlichen Rückgang der Wachstumsraten mehren sich.

LONDON. Der Häusermarkt nimmt eine Schlüsselrolle für das britische Wirtschaftswachstum ein. Bei einer hohen Eigentumsquote sind in den vergangenen 15 Jahren die meisten Briten immer vermögender geworden, weil ihre Häuser Jahr für Jahr kräftig im Wert stiegen. Zweistellige Zuwachsraten waren keine Seltenheit. Das nutzten die meisten Haushalte, um ihre Hypothekenkredite zu erhöhen und mehr zu konsumieren – immer in der Erwartung, dass die Hauspreise immer weiter steigen würden.

Doch diese Spirale ist unterbrochen. Mehrere Leitzinserhöhungen treiben die monatliche Belastung der Haushalte in die Höhe. Das geht rasch, weil die meisten britischen Hypothekenverträge jährlich angepasst werden. Die Briten müssen den Gürtel enger schnallen, und das wird sich auf den Häusermarkt ebenso durchschlagen wie auf den Konsum.

Die britische Bausparkasse Nationwide rechnet damit, dass die Wachstumsrate der Häuserpreise von knapp zehn Prozent im laufenden Jahr auf Null im kommenden Jahr zusammenbricht. Einige Auguren halten sogar sinkende Preise für möglich und warnen, dass diese Korrektur deutlich schmerzhafter werde als die des Jahres 2005, die nur eine Delle im Aufwärtstrend darstellte.

„Die Hauptgründe für den trüben Ausblick liegen auf der Nachfrageseite des Marktes“, erklärt Fionnuala Earley, Chefvolkswirtin von Nationwide. „die Konjunktur verlangsamt sich, die Kriterien für die Kreditvergabe werden strenger, Erstkäufer haben es immer schwerer, und niedrigere Preiserwartungen dämpfen die Aktivität auf dem Immobilienmarkt.“ Auf der Angebotsseite hingegen sei noch immer Wohnraum knapp. Das werde den Preisverfall etwas bremsen.

Auch die jüngste Studie des Verbandes der Bausachverständigen, RICS, fiel so negativ aus wie seit viereinhalb Jahren nicht mehr. In den vergangenen drei Monaten schon seien die Preise überall außerhalb Londons eingeknickt. „Das bestätigt meine Einschätzung, dass sich die Hausnachfrage deutlich abschwächt und die Preise beginnen, diesem Trend zu folgen“, sagt Michael Saunders, Volkswirt der Citigroup.

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