Konsum
Weihnachtsgeschäft läuft schleppend an

Dem Einzelhandel droht ein mäßiges Weihnachtsgeschäft. In Deutschland halten sich die Kunden viereinhalb Wochen vor dem Weihnachtsfest noch zurück. Noch schlechter sind allerdings die Aussichten für die Händler in den USA.
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HB BERLIN. Milde Temperaturen und Regen haben am ersten Adventswochenende die Konsumenten noch nicht in den erhofften Kaufrausch versetzt. Viereinhalb Wochen vor dem Weihnachtsfest sei noch keine richtige Vorweihnachtsstimmung aufgekommen, erklärte der Sprecher des Handelsverbandes Deutschland (HDE), Hubertus Pellengahr, am Sonntag. "Dennoch blicken die deutschen Einzelhändler der weiteren Entwicklung im Weihnachtsgeschäft optimistisch entgegen."

Angesichts der Konjunkturflaute erwartet die Branche etwas schwächere Umsätze als im vergangenen Jahr. Trotzdem rechnet Pellengahr damit, dass das Geschäft in den kommenden Wochen weiter in Schwung kommt. Die letzten Jahre hätten gezeigt, dass das Weihnachtsgeschäft immer später startet. Um den Einzelhandel zu unterstützen, warb der Handelsverband für Gratis-Tickets in Bussen und Bahnen: "Die Kommunen sollten den Weihnachtsmann auf die Schiene setzen und den Verbrauchern an den Adventswochenenden die kostenlose Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs ermöglichen", forderte Pellengahr.

In den USA droht dem Einzelhandel ein mageres Weihnachtsfest. Wegen der Konjunkturflaute und der hohen Arbeitslosigkeit hielten sich zahlreiche Amerikaner zum Auftakt des Feiertagsgeschäfts bei Geschenken zurück. Am Tag nach "Thanksgiving", dem sogenannten "Black Friday", herrschte zwar in den Läden und bei den Internethändlern großer Andrang, doch viele US-Bürger griffen ausschließlich bei Angeboten und Schnäppchen zu. Nach Angaben des Konsumforschers ShopperTrak steigerten die Einzelhändler mit Wal-Mart an der Spitze ihren Umsatz leicht um 0,5 Prozent auf 10,7 Mrd. Dollar im Vergleich zum Vorjahr. Der letztjährige "Black Friday" bildete den Auftakt zum schlechtesten Weihnachtsgeschäft seit rund 40 Jahren.

Die Umsätze an dem Tag gelten als wichtiger Indikator dafür, wie sich die Geschäfte im Dezember entwickeln. Die Entwicklung der Konsumausgaben ist zudem von zentraler Bedeutung für die US-Wirtschaft als Ganzes. "Ich habe mit einem Plus von einem oder vielleicht zwei Prozent am "Black Friday' gerechnet - gerade wegen des Preisbewusstseins der Leute", sagte die Gründerin des Beratungsunternehmens Storehouse Partners, Patricia Edwards. Für den schleppenden Start des Weihnachtsgeschäfts machte sie frühe Rabattaktionen der Einzelhändler verantwortlich. Diese hätten die Kunden bereits Anfang November mit billigen Angeboten gelockt, sagte Edwards. Viele warteten zudem auf noch höhere Nachlässe in den kommenden Wochen. "Die Lage ist schlecht", sagte der arbeitslose Klempner Claude Smith. "Jeder will sparen, wo er kann. Ich gehe los, wenn es Sonderverkäufe gibt und mehr auch nicht."

Bei der Schnäppchenjagd wird unterdessen das Internet immer beliebter. Dem Forschungsinstitut Coremetrics zufolge gaben die US-Bürger am Freitag online 35 Prozent mehr aus als noch vor einem Jahr. Jeder Online-Kunde gab durchschnittlich 170,19 Dollar aus. Das Geschäft bei Online-Händlern wie Amazon oder Best Buy macht jedoch noch immer nur einen geringen Teil des Gesamtumsatzes der Branche aus.

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  • Guten Tag,........Da ich mich als Weihnachtsmuffel bereichnen wuerde schildere ich ihnen lieber was ich so sehe und vor allem hoere. Paris bruessel Strabourg stotzen vor Menschen. Ob sie alle was kaufen weiss eh nur der Teufel. Da jeder Geschaeftsmann einen saftigen Teil schwarz-macht; legt mann uns so oder so immer nur falsche Zahlen vor. Einer meiner deutschen Klienten, Hotel Restaurant an der Mosel, ( Saeuft 2 mal im Jahr durch Hochwasser ab ) sagte mal. " Vier gute Wochenenden im Sommer und alles ist wieder drinne ". besten Dank

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