Konsumklima-Barometer
Hohe Spritpreise - miese Kauflaune

Die Preise an den Zapfsäulen brechen weiter Rekorde und dämpfen damit die Bereitschaft zu teuren Anschaffungen. Die Folge: Die Bürger Deutschlands konsumieren weniger - blicken aber optimistisch in die Zukunft.
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BerlinHohe Spritpreise haben die Kauflaune der Deutschen den zweiten Monat in Folge gedrückt. Das Konsumklima-Barometer für Mai fiel um 0,2 auf 5,6 Punkte, teilte die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) am Freitag zu ihrer Verbraucher-Umfrage mit. Das ist der niedrigste Wert seit einem halben Jahr. Analysten hatten mit 5,9 Punkten gerechnet.

„Die ständigen Meldungen über neue Preisrekorde an den Zapfsäulen der Republik bleiben bei den Verbrauchern nicht ohne Wirkung“, sagte GfK-Experte Rolf Bürkl. „Entsprechend nehmen die Inflationsängste wieder zu.“ Das dämpfte die Einkommenserwartung ebenso wie die Bereitschaft zu teuren Anschaffungen. Die Konjunkturaussichten bewerten die Deutschen dagegen besser.

Trotz des erneuten Dämpfers sehen die GfK-Experten im privaten Konsum eine wichtige Konjunkturstütze. „Ein Einbruch ist nicht zu befürchten“, sagte Bürkl angesichts der steigenden Beschäftigung und spürbarer Lohnerhöhungen. Der private Konsum werde deshalb in diesem Jahr um ein Prozent wachsen.

Das Barometer für die Einkommenserwartungen fiel um 1,3 auf 33,0 Punkte. „Die Verbraucher sehen ihre Kaufkraft vor allem durch die steigenden Energiepreise beeinträchtigt“, sagte Bürkl. Auch die Bundesregierung beobachtet die Entwicklung mit Sorge. „Steigende Preise können sich zu einem Risiko für den Aufschwung entwickeln“, warnte Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) bei der Vorstellung der Frühjahrsprognose.

Noch deutlicher ließ die Anschaffungsneigung nach: Dieser Indikator fiel um elf auf 27,6 Zähler. „Die Konsumenten sehen ihre Kaufkraft beeinträchtigt, da mehr und mehr ihres Einkommens für Energie, und hier speziell für Benzin und Diesel, aufgewendet werden muss und somit nicht für andere Anschaffungen zur Verfügung steht“, sagte Bürkl.

Die Aussichten für die deutsche Wirtschaft wurden dagegen den zweiten Monat in Folge besser bewertet. Dieses Barometer kletterte um 1,3 auf 8,5 Punkte. „In den Köpfen der Verbraucher setzt sich offenbar die Erkenntnis durch, dass in Deutschland eine Rezession verhindert werden kann und die Auftriebskräfte im Inland zunehmend die Oberhand gewinnen“, sagte Bürkl. Die Bundesregierung rechnet in diesem Jahr mit einem Wachstum von 0,7 Prozent, das sich 2013 auf 1,6 Prozent erhöhen soll.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Konsumklima-Barometer: Hohe Spritpreise - miese Kauflaune"

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  • Unser Spritpeis ist 58,5% Steuer und 41,5 % Sprit !

    Noch Fragen ?

  • "Ein Einbruch ist nicht zu befürchten, sagte Bürkl angesichts der steigenden Beschäftigung und spürbarer Lohnerhöhungen."

    Spürbare Lohnerhöhung? Für wen? Lohnerhöhung steht steigenden Preisen und Steuer- und Sozialabgabenerhöhungen gegenüber. Was soll denn dann von einer Lohnerhöhung übrig bleiben? Falls es die überhaupt gibt, dann nur in einigen Branchen und sie ist definitiv nicht spürbar.

  • "Die Bürger blicken optimistisch in die Zukunft"

    Der war jetzt echt gut ;-)

    Welcher Exoten aus welchem Paralleluniversum wurden denn hier befragt? Die Mitglieder der europ. Kommision, oder vielleicht Frau Schmerkel....der Pabst oder einfach nur Bauer Meyers Kuh Hilde?

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