Konsumklima
Der paradoxe Verbraucher

Trotz der Turbulenzen in der Euro-Zone ist die Stimmung der deutschen Verbraucher über Monate hinweg immer besser geworden. Ausgerechnet jetzt, wo sich die Konjunktur langsam erholt, werden die Verbraucher skeptischer.
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NürnbergEs ist paradox: Seit Herbst 2011 hat sich die Stimmung der Verbraucher stetig verbessert, von einer kleinen Delle im Sommer abgesehen. An dem Aufwärtstrend änderten auch die wiederkehrenden Hiobsbotschaften aus Griechenland nichts. Selbst die nachlassende Konjunktur im eigenen Land ließ die Deutschen zunächst ungerührt: Der Konsumklimaindex stieg im Oktober und November auf den höchsten Stand seit fünf Jahren. Doch jetzt, wo die Schuldenkrise etwas in den Hintergrund gerückt ist und die hiesigen Unternehmen wieder optimistischer in die Zukunft blicken, sinkt bei den Verbrauchern auf einmal die Zuversicht.

Zum zweiten Mal in Folge geht der Konsumklimaindex leicht zurück, wie das Nürnberger Marktforschungsunternehmen GfK am Freitag mitteilte. Nur wenige Tage zuvor hatte außerdem eine Umfrage der Allianz-Versicherung und der Universität Hohenheim ergeben, dass sich die Deutschen wieder mehr Sorgen um ihre Arbeitsplätze machen. Nur noch 57 Prozent sind demnach zuversichtlich, dass ihre eigene Stelle im kommenden Jahr sicher ist - 2011 waren es noch 62 Prozent. Nicht einmal jeder Vierte sehe der weiteren Entwicklung des Arbeitsmarktes optimistisch entgegen.

Woher kommt dieser Stimmungsumschwung? Experten weisen daraufhin, dass die Euro-Schuldenkrise vielen Menschen derart komplex erscheine, dass sie sich damit gar nicht erst auseinandersetzten. Die aus der Krise resultierende Bedrohung auch für die deutsche Wirtschaft werde dadurch nur vage wahrgenommen - zumal dank der lange Zeit brummenden Konjunktur und der guten Tarifabschlüsse im Portemonnaie des Einzelnen bislang noch keine negativen Folgen spürbar waren.

Die Entwicklung der Konjunktur im eigenen Land hingegen ist greifbarer: „Wir hatten im November und Dezember eine große Runde von vielen neuen Prognosen für die wirtschaftliche Entwicklung, und die wurden eigentlich durch die Bank weg zurückgenommen für 2013“, erläutert GfK-Konsumexperte Rolf Bürkl. Diese pessimistischere Einschätzung des Wirtschaftswachstums schlage nun mit einer kleinen Verzögerung auch auf den Konsumklimaindex durch.

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