Konsumklima-Index
Konjunktur heizt Weihnachtsgeschäft kräftig an

Zum Weihnachtsgeschäft zeigen sich Deutschlands Verbraucher in Kauflaune. Im Dezember soll der Konsumklima-Index nach Angaben der Gesellschaft für Konsumforschung den höchsten Wert seit Oktober 2007 erreichen. Der Handel kann mit Geschenke-Umsätzen von 14 Milliarden Euro rechnen. Terrorwarnungen drücken die optimistische Stimmung nicht.
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HB FRANKFURT/WIESBADEN. Pünktlich zu Weihnachten sind Deutschlands Verbraucher in Kauflaune. Die Exporte boomen schon lange, nun kommt auch der private Konsum hierzulande in Fahrt. Der Aufschwung steht damit endlich auf mehreren Säulen. Das macht Deutschland unabhängiger von weltweiten Schwankungen - und nährt bei Ökonomen und in der Politik den Optimismus auf rosige Zeiten. Die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) legte heute ihren monatlichen Konsumklimaindex vor, der sich weiter klar im Aufwind befindet.

Der Wert für November wurde von 4,9 auf 5,1 Punkte nach oben revidiert, für Dezember sagten die Marktforscher mit 5,5 Punkten den höchsten Wert seit Oktober 2007 (6,4 Punkte) voraus. Es deute sich an, "dass die Binnennachfrage mehr und mehr zu einer verlässlichen Stütze der Konjunktur wird", erklärte die GfK in Frankfurt. "Die Stimmung hat sich auf breiter Front verbessert - und zwar deutlich", sagte GfK-Konsumexperte Rolf Bürkl.

Nicht ohne Grund: Denn die Arbeitslosenzahl in Deutschland rutschte im Oktober wieder unter die magische Drei-Millionen-Marke und die seit Monaten relativ stabilen Preise stärken die Kaufkraft der Verbraucher. Hinzu kommt, dass Waren aus deutscher Produktion im Ausland ein Verkaufsschlager sind. "Die Rahmenbedingungen sind insgesamt so günstig, dass die Chance sehr groß ist, dass die gute Stimmung nicht nur ein vorübergehendes Aufflackern ist", sagte Bürkl. Er fügte hinzu: "Momentan haben wir keine Anzeichen dafür, dass die Angst vor einem möglichen Terroranschlag auf die Konsumstimmung drücken wird. Es kann aber natürlich sein, dass das hier und da für Verunsicherung sorgt."

Michael Grömling vom arbeitgebernahen Institut der Deutschen Wirtschaft (IW/Köln) pflichtet bei: "Die Belastungsfaktoren, die uns vor einigen Jahren im Aufschwung gezwickt haben, sind weitgehend verschwunden." So habe beispielsweise die Mehrwertsteuererhöhung im Jahr 2007 "auf einen Schlag gut 20 Milliarden Euro aus dem Konsumkreislauf rausgehauen". 2008 kostete Sprit an der Zapfsäule fast täglich mehr, weil der Ölpreis drastisch kletterte - das dämpft die Lust, an anderer Stelle Geld auszugeben. Und das Jahr 2009 war vom tiefsten Einbruch der deutschen Wirtschaft seit dem Zweiten Weltkrieg geprägt.

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  • Das Kuriose ist, dass es bislang nicht einen einzigen belastbaren Hinweis darauf gibt, dass der Konsum tatsächlich anzieht. Die GFK dagegen ist, nachgewiesenermaßen, eine völlig inkompetente Gurkentruppe, deren berüchtigter index mit unglaublichen Schwankungen um die Realität herumwackelt und mehr vernebelt als erhellt.

    insgesamt stagnieren die Nettolöhne übrigens bis heute. Die, die mehr bekommen, werden durch die Masse der ausgebeuteten Niedriglöhner kompensiert, Privatinsolvenzen verharren auf hohem Niveau etc.

    Ganz ehrlich, dieses ganze "Der Konsum brummt!" Geschreibsel erscheint mir immer mehr als primitivste, manipulative Lügenpropaganda in "bester" Nazitradition.

    Soll da am Ende nur ein rettendes Konsumwunder herbeigequatscht werden, weil man in das Schwarze Loch einer kollabierenden Exzessökonomie China blickt ? Oder eine in Überschuldung, Staatsbankrott und Hyperinflation versinkende (ex) Großmacht USA ?

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