Konsumklima
US-Verbraucher trüben Konjunkturoptimismus

Aus den USA kommen uneiheitliche Konjunktursignale: Während die amerikanische Industrie ihre Produktion im September den dritten Monat in Folge steigerte, trübte sich das von der Uni Michigan erhobene Konsumklima im Oktober überraschend ein. US-Finanzminister Timothy Geithner reagierte zurückhaltend. Er rechnet mit einer nur zögerlichen Erholung der Wirtschaft, wie er sagte.
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HB NEW YORK. Das Vertrauen der US-Verbraucher in die wirtschaftliche Entwicklung ihres Landes hat sich im Oktober überraschend eingetrübt. Der entsprechende Index von Reuters und der Universität Michigan fiel nach vorläufigen Berechnungen vom Freitag auf 69,4 Punkte von 73,5 Zählern im Vormonat. Volkswirte hatten mit einem unveränderten Stand gerechnet.

Die Verbraucher schätzten die gegenwärtige Lage etwas schlechter ein und beurteilten die Aussichten für die Wirtschaft deutlich pessimistischer. Düster werde auch die persönliche Finanzsituation eingeschätzt, hieß es in dem Bericht. „Die Verbraucher befinden sich im längsten und stärksten Abschwung der 60-jährigen Geschichte der Umfrage, und nur wenige von ihnen erwarten eine Verbesserung ihrer persönlichen finanziellen Situation.“ Der private Verbrauch dürfte der Umfrage zufolge im vierten Quartal nur schwach wachsen, für 2010 wird ein Plus von 1,6 Prozent für möglich gehalten.

Die US-Börsen und der Dax weiteten ihre Verluste nach den Daten aus. Die schwierige Situation am Arbeitsmarkt belaste die Stimmung der Verbraucher, sagte Helaba-Experte Ralf Umlauf. „Erst eine Trendwende bei der Beschäftigung führt wahrscheinlich zu mehr Konsumbereitschaft.“

Der von Anlegern und Volkswirten stark beachtete Index gilt als wichtiges Konjunkturbarometer, das die Stimmung und das Kaufverhalten der US-Verbraucher im Voraus anzeigt. Die Konsumausgaben machen rund zwei Drittel der Wirtschaftsleistung der USA aus. Seit Dezember 2007 steckt die US-Wirtschaft in der Rezession, vor allem die Verbraucher haben ihre Ausgaben zuletzt kräftig zurückgefahren. Allerdings mehrten sich zuletzt die Anzeichen für ein Ende der Rezession. So produzierte die Industrie im September überraschend viel. Das Plus lag hier bei 0,7 Prozent, während Analysten mit lediglich 0,2 Prozent gerechnet hatten. Erstmals seit Anfang 2008 legte die Produktion auch im Quartal zu.

Im gesamten Verarbeitenden Gewerbe der US-Industrie legte der Ausstoß indessen um 0,7 Prozent im Vergleich zum Vormonat zu, wie die US-Notenbank am Freitag mitteilte. Analysten hatten im Schnitt lediglich mit einem Plus von 0,2 Prozent gerechnet. Das lässt auf ein kräftiges Wachstum der US-Wirtschaft im Sommerquartal hoffen. Im dritten Quartal stieg die Produktion aufs Jahr hochgerechnet um 5,2 Prozent - das ist der erste Anstieg seit dem ersten Quartal 2008 und das stärkste Plus seit Anfang 2005.

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