Konsumlaune bessert sich
Inflation geht etwas zurück

Trotz der jüngsten Rekordpreise bei Benzin und Diesel ist den Verbrauchern im April ein neuer Inflationsschub erspart geblieben. Pauschalreisen verbilligten sich nach dem Ende der frühen Ostersaison sogar, während Verbraucher für Lebensmittel und Öl noch tiefer in die Tasche greifen mussten.

HB BERLIN. Die Preise stiegen zum Vorjahr um 2,4 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Montag mitteilte. Im März waren es noch mehr als drei Prozent.

Wegen der Preistreiber Öl und Lebensmittel müssen sich die Verbraucher in Euroland darauf einstellen, dass die Jahresteuerung nicht unter drei Prozent fallen und damit deutlich über der Zielmarke der Europäischen Zentralbank liegen wird. Dennoch hellte sich hierzulande die Kauflaune überraschend auf. Damit stehen die Chancen nach Ansicht der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) gut, dass der private Konsum dieses Jahr noch anzieht.

Im Vergleich zum Vormonat gingen die Preise um 0,2 Prozent zurück. Experten machten vor allem das frühe Osterfest für die niedrigere Inflation verantwortlich: Die Ferien fielen in den März, der übliche saisonale Anstieg der Preise ebenfalls. Einen stärkeren Rückgang der Inflationsrate verhinderte der anhaltende Preisdruck bei Nahrungsmitteln und Energie. Heizöl verteuerte sich in den Bundesländern um bis zu 42,9 Prozent im Vergleich zum April 2007, Kraftstoffe wurden um bis zu 10,8 Prozent teurer. Die Preise für Nahrungsmittel zogen um bis zu 8,8 Prozent an.

Fachleute zeigten sich überrascht über den kräftigen Rückgang der Teuerungsrate. „Möglicherweise haben wir im März schon den Höhepunkt der Inflation gesehen, auch wenn wir im kommenden Monat wahrscheinlich wieder einen Anstieg erleben werden“, sagte Jens-Oliver Niklasch von der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW). Im Schnitt hatten Analysten für April eine Teuerungsrate von 2,8 Prozent vorhergesagt.

Die EU-Kommission prognostiziert für den Euro-Raum mit seinen 15 Ländern in diesem Jahr einen Anstieg der Inflation auf 3,2 Prozent. Für Deutschland rechnet die EU-Behörde mit 2,9 Prozent. Falls sich die Inflationsrate in diesem Jahr bei weniger als drei Prozent einpendelt, wäre das auch für die Europäische Zentralbank (EZB) eine gute Nachricht. Die Teuerung läge dann zwar immer noch deutlich über dem Inflationsziel der Notenbanker von „knapp unter, aber nahe an zwei Prozent“, doch der Druck, die Zinsen mittelfristig weiter anzuheben, würde sinken.

Die deutschen Verbraucher sind unterdessen offenbar bereit, ihre Kaufzurückhaltung abzulegen. Das Barometer für das Konsumklima im Mai stieg um 1,1 auf 5,9 Punkte, wie die Nürnberger GfK mitteilte. Das ist der höchste Stand seit dem Herbst. Die abnehmende Arbeitslosigkeit und die jüngsten Tarifabschlüsse sorgten dafür, dass die Bürger ihre Einkommenserwartungen kräftig nach oben schraubten und wieder eher mit größeren Anschaffungen liebäugeln.

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