Kreditversicherer macht düstere Prognose
2004 droht neuer Pleitenrekord

Deutschland steht nach Angaben des weltgrößten Kreditversicherers Euler Hermes trotz erster Signale einer Konjunkturbelebung vor einem neuen Pleitenrekord.

HB HAMBURG. Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen werde voraussichtlich um vier Prozent auf 43 000 steigen, teilte Euler Hermes am Dienstag in Hamburg mit. In Eurpoa liege Deutschland zusammen mit Großbritannien und Frankreich bei den Insolvenzzahlen damit an der Spitze. Auf diese Länder entfielen zwei Drittel aller gewerblichen Pleiten auf dem Kontinent.

Neben der allgemein schwachen wirtschaftlichen Erholung sieht Euler Hermes den anhaltenden Reformstau hier zu Lande als Belastungsfaktor. Deutschland fehle es angesichts der Probleme in den sozialen Sicherungssystemen und struktureller Hindernisse am Arbeitsmarkt an der nötigen Wachstumsdynamik. Viele Unternehmen litten zudem an einer zu geringen Eigenkapitalbasis, welche das Pleitenrisiko erhöht. Immer häufiger gerieten inzwischen auch große Firmen und lange Jahre existierende Konzerne in finanzielle Bedrängnis.

Nach einem dramatischen Anstieg der Forderungsausfälle im vergangenen Jahr, als sich die Summe wegen zahlreicher Großinsolvenzen gleich auf auf 58,1 Mrd. € verdoppelt habe, sei 2003 mit Ausfällen von rund 38 Mrd. € zu rechnen. 2004 könnten die Forderungen auf 40 Mrd. € steigen, rechnete der über die französische Versicherungsgruppe AGF zum Allfinanzkonzern Allianz gehörende Kreditversicherer vor.

Die Zahl der Insolvenzen bliebe somit auf hohem Niveau, die prozentuale Zunahme von Pleitefällen würde aber zumindest leicht abnehmen. Für 2003 geht der Kreditversicherer wie auch der Branchenverband der Versicherungswirtschaft GDV von 41 300 Firmenpleiten aus - zehn Prozent mehr im Vergleich zum Vorjahr. Am stärksten nehmen den Angaben zufolge die Insolvenzen im Dienstleistungsbereich zu (plus 15 %), gefolgt vom Handel (14 %) und der Industrie (elf Prozent). Das Baugewerbe verzeichne - nach einem umfassenden Kapazitätsabbau und dem Verlust zehntausender Jobs in den vergangenen Jahren - dagegen inzwischen eine geringfügige Abnahme der Pleitefälle.

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