Konjunktur
Krise um italienischen Notenbankchef Fazio spitzt sich zu

Die Krise um den italienische Notenbankchef Antonio Fazio spitzt sich zu. Italienische Medien berichten am Sonntag, die Europäischen Zentralbank (EZB) habe von der Regierung in Rom Aufklärung über den Fall verlangt.

dpa-afx ROM. Die Krise um den italienische Notenbankchef Antonio Fazio spitzt sich zu. Italienische Medien berichten am Sonntag, die Europäischen Zentralbank (EZB) habe von der Regierung in Rom Aufklärung über den Fall verlangt. "Wir haben zusätzliche Informationen angefordert", zitieren italienische Zeitungen EZB-Chef Jean Claude Trichet. Fazio wird vorgeworfen, bei Übernahmeschlachten um italienische Banken einheimische Mitbieter gegenüber ausländischen Geldhäusern bevorzugt zu haben.

Trotz Rücktrittsforderungen aus dem italienischen Regierungs- und Oppositionslager hält sich der angeschlagene Fazio weiter im Amt. Der 68-jährige ist auf Lebenszeit in sein Amt berufen. Seine Kritiker halten ihm vor, sein Verbleib im Amt schade dem Ansehen der italienischen Zentralbank.

Berlusconi Fordert EZB ZUM Eingreifen AUF

Zuvor hatte bereits Ministerpräsident Silvio Berlusconi die EZB zum Eingreifen in den seit Wochen schwelende Konflikt aufgefordert. "Die italienische Regierung hat (in dieser Angelegenheit) keine Macht, nur die EZB kann eingreifen", zitiert die Mailänder Zeitung "Corriere della Sera" (Samstagausgabe) Berlusconi. Allerdings habe EZB-Chef Trichet bei einem Treffen der EU-Finanzminister in Manchester auch deutlich gemacht, dass Regierung und Parlament in Rom mit dem Problem selbst fertig werden müssten, hieß es weiter.

Am Rande des Finanzministertreffens in Manchester hatte sich auch der österreichische Ressortchef Karl-Heinz Grasser für einen Rücktritt ausgesprochen. Die Behinderung von grenzüberschreitenden Bankenfusionen in Italien sei "alles andere als dem europäischen Geist entsprechend", kritisierte er.

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