Krisenländer in der Rezession: Europas Sorgenkinder

Krisenländer in der Rezession
Europas Sorgenkinder

Die EU-Kommission fürchtet einen dramatischen Wirtschaftseinbruch in den südeuropäischen Krisenländern. Nicht nur Griechenland, sondern auch Spanien, Italien und Portugal droht 2012 eine schwere Rezession.
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Madrid/RomDie südeuropäischen Krisenländer schrumpfen einer Prognose der EU-Kommission zufolge 2012 deutlich - und ziehen die Euro-Zone in eine Rezession. Nach den am Donnerstag in Brüssel veröffentlichten Daten entwickelt sich die Wirtschaft in den 17 Euro-Ländern deutlich schlechter als bisher von der EU-Kommission angenommen. Die Wirtschaftsleistung der gesamten Euro-Zone geht demnach in diesem Jahr um 0,3 Prozent zurück.

Es sind vor allem Griechenland und Portugal, die die Währungsunion in die Rezession ziehen. Für Hellas prognostiziert die EU ein Minus von 4,4 Prozent, nach einem Einbruch von 6,8 Prozent in 2011. In Lissabon verschärft sich die Lage: Nach einem Minus von 1,5 Prozent rechnet die Kommission für das laufende Jahr mit einem Negativwachstum von 3,3 Prozent. Düster ist auch die Entwicklung in Italien, dort kippt die Konjunktur von plus 0,2 Prozent im vergangenen auf minus 1,3 Prozent im laufenden Jahr. Die gleiche Tendenz in Spanien: Dort rauscht die Konjunktur mit einem Prozent ins Minus.

Das steht im Gegensatz zu Deutschland. Zwar wird Deutschland der Prognose zufolge seine Rolle als Konjunkturlokomotive nicht mehr so stark spielen können, weil sich das Wachstum von drei Prozent auf 0,6 Prozent stark verlangsamt. Doch haben die Frühindikatoren für Deutschland inzwischen schon wieder gedreht und signalisieren Wachstum. Der Ifo-Geschäftsklimaindex stieg auf 109,6 von 108,3 Punkten im Vormonat, teilte das Münchner Institut am Donnerstag zu seiner Umfrage unter 7.000 Managern mit.

Das größte Risiko für die Wirtschaftsentwicklung in der Eurozone sind deshalb die Sorgenkinder in Südeuropa. Nach Griechenland sind das: Spanien, Portugal und Italien. Bei der Vorstellung der Prognosen ermahnte Währungskommissar Olli Rehn am Donnerstag ausdrücklich Spanien zu einer soliden Haushaltspolitik. Alle 27 EU-Finanzminister hätten sich kürzlich erst wieder zur Einhaltung des Stabilitätspakts bekannt, einschließlich des spanischen. „Ich erwarte, dass sie sich daran halten“, sagte Rehn am Donnerstag in Brüssel. Die aktuelle Prognose für Spanien beinhalte noch nicht die zusätzlichen Sparmaßnahmen der Regierung. Nach dem Regierungswechsel sei der Haushaltsentwurf für 2012 auf Ende März verschoben worden.

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  • Leben Sie auf einem anderen Stern oder haben Sie sich nur falsch ausgedrückt.
    "Die" Deutschen haben nicht profitiert.
    Profitiert hat die Wirtschaft.
    Der Bürger hat davon gar nichts

  • Das Projekt Euro ist ja auch nichts anderes als Krieg gegen Deutschland. Und Kollaborateure hat es schon immer gegeben.

  • Oh Mann, das endet doch alles in einem großen Bürgerkrieg, dank der EU! Europa Ja, nie wieder EU!

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