Krisenprogramme US-Notenbank zahlte Milliarden gegen Schrottanleihen

Mit seinem Krisenprogramm stellte US-Notenbank-Chef Ben Bernanke den angeschlagenen Finanzinstituten 2008 Notkredite in Milliardenhöhe zur Verfügung. Viele große Banken griffen dankbar zu. Im Gegenzug gaben sie der Bank als Sicherheiten aber nur Schrottanleihen.
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Fed-Chef Ben Bernanke: Als Sicherheiten für Milliardenkredite gab es Junk Bonds Quelle: Reuters

Fed-Chef Ben Bernanke: Als Sicherheiten für Milliardenkredite gab es Junk Bonds

(Foto: Reuters)

FRANKFURT. Mehr als die Hälfte der Wertpapiere, die große inländische und ausländische Banken bei der US-Notenbank Federal Reserve als Sicherheiten hinterlegten, um an Milliardenkredite aus dem im März 2008 aufgelegten Krisenprogramm Primary Dealer Credit Facility (PDCF) zu kommen, hatten schlechte Ratings unterhalb der Investment Grade Kategorie oder waren ganz ohne Rating. Dies ergab eine Analyse der am Mittwoch veröffentlichten Daten der Fed zu ihren Stützungsprogrammen. Die Notenbank hatte sich lange gegen diese Transparenz gewehrt, wurde dann aber durch Gerichtsbeschlüsse und parlamentarische Initiativen dazu gezwungen.

Der hohe Anteil minderwertiger Sicherheiten deutet darauf hin, dass die Fed mehr Risiken einging als bisher bekannt, und dass sie für diese aufgrund der generell sehr niedrigen Zinssätze ihrer Ausleihungen nicht angemessen vergütet worden sein dürfte. So hinterlegten JP Morgan, Citigroup und Morgan Stanley am Tag nach dem Kollaps der Investmentbank Lehman Brothers mehr als 100 Millionen Dollar an Sicherheiten für Kredite, die mit "CCC" und schlechter bewertet waren. Das PDCF-Programm wurde im März 2008 in Reaktion auf die Probleme der Investmentbank Bear Stearns aufgelegt und im Februar 2010 beendet. Alle Kredite dürften demnach zurückgezahlt sein.



Papiere mit mauer Bonität im Wert von gut 1,3 Billionen Dollar wurden der Fed Expertenauswertungen zufolge während der Laufzeit des PDCF-Programm angedient. Die Größenordnung ist allerdings nur bedingt aussagekräftig, da viele Papiere mehrfach hintereinander für die immer nur kurzfristig laufenden Kredite hinterlegt wurden. Die Fed hatte bei Vorstellung der Daten in dieser Woche betont, dass sie mit keinem der insgesamt 3,3 Billionen Dollar schweren Programme Verluste hinnehmen musste. Die US-Notenbank hatte während der Laufzeit von PDCF im Jahr 2009 einen Rekordgewinn von 52 Milliarden Dollar und damit 47 Prozent mehr als im Jahr zuvor ausgewiesen.



Der bekannte Ex-Investmentbanker, Uni-Professor und Wall-Street-Kritiker Frank Partnoy weist in einem Gastbeitrag in der "Financial Times" außerdem darauf hin, dass die Daten der Aussage von Fed-Chef Ben Bernanke widersprechen, es sei der Fed unmöglich gewesen, Lehman Brothers zu retten, ohne das Gesetz zu brechen.

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5 Kommentare zu "Krisenprogramme: US-Notenbank zahlte Milliarden gegen Schrottanleihen"

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  • Nun kann man die Amis mögen oder nicht, was jedoch klar ist, dass die Fed HANDELT, während Europa DiSKUTiERT. Dabei hat sie noch ein paar bedeutende europäische banken mit vom Cliff gezogen, während besonders die Deutschen die bEDENKEN tragen, und nicht die Verantwortung. Genau deshalb hat noch keiner gegen den Dollar gewettet, dem Euro jedoch die Gnadenfrist gesetzt.

  • Per Mausklick haben Sie Dollars gedruckt und immerhin Schrott dafür bekommen. bei den Schrottpreisen ein gutes geschäft !
    Wen juckts, ob die FED ihre bilanz um eine oder mehrere billionen USD ausweitet.

  • Dieser Artikel ist so sinnlos wie das ganze Hb.
    "US-Notenbank bekam als Sicherheiten Schrottanleihen" Ja und jetzt?
    Die FED manipuliert auch die Kurse. Die FED schenkt auch den PDs Mio. wenn sie Anleihen zurück kauft die sie vor einer Woche emitiert haben. Die FED (JPM/GS) wollte Lehman auch nicht retten. Die FED akzeptiert auch Equity der tatsächlichen bad banks (C,WFC,bAC) als collateral. Die FED kapitalisiert auch ihre eigenen Schulden.

  • Es ist nicht zu fassen, welches Risiko hier eingegangen wurde bzw. noch wird. Um bestens bezahlten boni-Empfängern oder noch schlimmer, undurchsichtigen Hedge-Fonds-Managern, die zuhauf Kundengelder verzockt haben, den Ar... zu retten. Dafür muss der Steuerzahler gerade stehen. Aber was soll man sich über Amerika aufregen. Hier läuft es doch ähnlich. Der bürger zahlt dann über steigende Steuern, höhere Gebühren, Einschnitte bei Leistungen.....und am Ende kippt das System dennoch. Wickelt die Schrott-institutionen ab !!!

  • Die USA haben bereits die bad-bank, nämlich die FED. Da die großen banken die Eigentümer sind, können sie die FED ohne Schaden irgendwann zumachen, wenn sie ihren Müll losgeworden sind.

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