Kritik an Pekings Währungspolitik
Chinas Überschuss explodiert

Der Wirtschaftsriese legt weiter zu: Innerhalb eines Jahres stieg der Überschuss in der chinesischen Handelsbilanz deutlich - und zwar stärker als erwartet. Muss Peking seine Währung aufwerten? Insbesondere US-Politiker drängen darauf.

HB PEKING. Der Überschuss in der chinesischem Handelsbilanz hat sich im Mai binnen Jahresfrist deutlich ausgeweitet. Wie die Nachrichtenagentur Xinhua am Montag mitteilte, stieg der Positivsaldo gegenüber dem Vorjahr um 73 Prozent auf 22,45 Milliarden Dollar, nachdem im April ein Anstieg um 62,5 Prozent auf 16,88 Milliarden Dollar verzeichnet worden war. Die Agentur bezieht sich dabei auf Daten der Zollbehörde

Ökonomen hatten einen deutlich geringeren Anstieg im Mai erwartet. Die Regierung wird die Handelsdaten am Dienstag veröffentlichen.

Der hohe Überschuss dürfte die Kritik an der Währungspolitik der Chinesen wieder stärker werden lassen. Ökonomen halten den chinesischen Yuan für unterbewertet. Insbesondere die US-Regierung hat in Peking in der Vergangenheit immer wieder darauf gedrängt, dass Chinas Machthaber die Währung endlich aufwerten. Die USA leiden unter einem hohen Handelsbilanzdefizit - ein wichtiger Grund dafür ist der Handel mit China. Das Schwellenland exportiert viele Waren nach Amerika - die schwache Landeswährung trägt zu den Ausfuhr-Erfolgen ihren Teil bei.

In den USA ist der Unmut über die chinesische Handelspolitik deshalb hoch. Politiker im Kongress diskutieren derzeit einen Gesetzentwurf, wonach chinesische Waren mit Strafzöllen belegt werden sollen. Die Amerikaner verlangen, dass China den Wechselkurs des Yuan zum Dollar flexibler gestaltet, am besten sogar ganz freigibt. Derzeit schwankt der Yuan in einer festen Bandbreite zum US-Dollar. Zwar hat China bereits Zugeständnisse gemacht. So erhöhte die Regierung in Peking die Bandbreite, in der der Yuan sich zur US-Währung bewegt. Den USA geht das aber noch nicht weit genug.

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