Kritik an wachsenden Budgetdefiziten
Greenspan sieht keinen Anlass für Zinsanstieg

Nach Ansicht ihres Präsidneten gibt es für die US-Notenbank angesichts der niedrigen Inflation in den USA keinen Anlass, die Zinsschraube wieder fester anzuziehen. Der Leitzins könne bis auf weiteres niedrig gehalten werden, sagte Alan Greenspan.

HB WASHINGTON. „Unter diesen Umständen ist die Geldpolitik in der Lage, geduldiger zu sein“, sagte Greenspan am Donnerstag bei einer Veranstaltung in Boca Raton im US-Bundesstaat Florida. Dennoch müsse die Notenbank die Inflationsaussichten weiter genau und sorgfältig analysieren. In einem großen Teil seiner Rede übte Greenspan erneut Kritik an den wachsenden Budgetdefiziten in den USA. Diese bezeichnete er als Gefahr für einen ansonsten günstigen kurzfristigen Konjunkturausblick. Er warnte vor den „destabilisierenden Auswirkungen“ des rapide wachsenden US-Haushaltsdefizits.

Am Arbeitsmarkt gebe es Anzeichen für eine Belebung des Beschäftigungswachstums, sagte Greenspan. Dazu könnte eine wiederauflebende Investitionstätigkeit Anschub leisten. Zugleich warnte er jedoch, dass Sorgen um die Beschäftigung die Verbraucherausgaben und die konjunkturelle Expansion belasten könnten, solange sich der Arbeitsmarkt nicht wirklich erhole.

Bill McCleary von der Standard Chartered Bank in New York kommentierte die Äußerungen des Fed-Chefs mit den Worten:“ Er will, dass wir daran glauben, dass sich die Wirtschaft erholt, aber nicht daran, dass die Zinsen bald steigen könnten. Er versucht weiter vorsichtig zu sein. Insgesamt liefert er den Märkten eine ausgewogene Botschaft“. Cary Leahy von der Deutsche Bank Securities in New York fügte hinzu: „Es hat kaum Marktreaktionen (auf die Greenspan-Äußerungen) gegeben. Greenspan versucht nicht, die Wirtschaft nach oben zu reden“.

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