Kursverluste beim Euro
US-Leitzinsen werden weiter steigen

Vor dem Wirtschaftsausschuss des US-Kongresses hat Fed-Präsident Alan Greenspan am Donnerstag signalisiert, dass die Währungshüter die Leitzinsen weiter in maßvollem Tempo anheben könnten.

HB WASHINGTON. Die US-Wirtschaft steht nach Worten des US-Notenbankchefs auf einer soliden Basis und muss derzeit keine Inflationsgefahren befürchten. Daher bleibe die Fed bei ihrer Haltung, wonach die lockere Geldpolitik beendet werden könne.

Analysten sahen in der Rede Greenspan keine Überraschungen. Der Dollar und die US-Aktienmärkte korrigierten im Verlauf ihre anfängliche Reaktion auf die Äußerungen des Fed-Chefs. Der Dollar erholte sich von vorübergehenden Verlusten, und die Börsen gaben ihre zwischenzeitlichen Gewinne wieder ab.

Die derzeit niedrigere Produktivität der US-Wirtschaft treibe die Arbeitskosten nach oben, sagte Greenspan. Es sei aber eine noch offene Frage, ob sich der Anstieg in der Inflation niederschlagen oder die Unternehmensgewinne schmälern werde. Ein höherer Preisdruck sei auch außerhalb des Energiesektors festzustellen. Wegen möglicher Auswirkungen auf die Inflation beobachte die Notenbank zudem den beispiellosen Rückgang der langfristigen Zinsen vor dem Hintergrund der Zinserhöhungen der Fed. Dies sei aber kein Phänomen, das auf die USA allein beschränkt sei. „Wie sich das letztlich entwickelt und wie wir das in die geldpolitische Struktur einzuordnen haben, das ist etwas, worauf wir eine beträchtliche Menge Zeit verwenden“, sagte er.

Analysten zeigten sich von den Äußerungen Greenspans nicht überrascht. Robert Blake von der Bank of America sagte, die Grundtendenz der Rede des Fed-Chefs habe offenbar den Erwartungen der vergangenen beiden Tage entsprochen: „Die Märkte haben bereits Erhöhungen von jeweils 25 Basispunkten für die nächsten beiden Zinstreffen eingepreist“. Es habe Befürchtungen gegeben, dass Greenspan die Erwartungen auf ein baldiges Ende der Zinserhöhungsphase enttäuschen könnte. Der für die Geldpolitik verantwortliche Offenmarktausschuss (FOMC) der Fed kommt Ende Juni zu seinem nächsten Zinstreffen zusammen. Anfang Mai hatte die US-Notenbank ihren Leitzins zum achten Mal in Folge um wieder 25 Basispunkte auf nunmehr drei Prozent angehoben.

Gary Thayer von A.G.Edwards and Sons merkte an: „Was Herr Greenspan sagt ist, dass die Fed die Zinsen vermutlich weiter maßvoll anheben wird. Das ist nichts Neues“. Steve Ricchiuto vom Finanzkonzern ABN-Amro in New York kommentierte die Äußerungen mit den Worten: „Das passt zu der Erwartung, dass sie (die Fed) die Zinsen weiter erhöhen werden. Sie glauben immer noch, dass die Wirtschaft ziemlich stark ist, wenn auch etwas unausgeglichen“.

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