Länderanalyse 2010: Deutschland und Türkei - Eine besondere Beziehung

Länderanalyse 2010
Deutschland und Türkei - Eine besondere Beziehung

Deutschland genießt unter jungen wie alten Türken hohes Ansehen. Deutsche Geschäftsleute haben deshalb in dem aufstrebenden Land einen Startvorteil - vorausgesetzt, sie passen sich den lokalen Gegebenheiten an, respektieren die kulturellen Unterschiede und akzeptieren, dass in der Türkei vieles eigenen Regeln folgt.
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ISTANBUL. Typisch türkisch ist, dass Geschäftliches und Persönliches oft ineinander fließt. Geschäfte werden nicht nur am Konferenztisch geschlossen, sondern mitunter auch beim Abendessen oder sogar im Hamam, dem türkischen Dampfbad.

Geduld ist eine wichtige Voraussetzung, denn die Uhren scheinen in der Türkei oft langsamer zu gehen; Abschlüsse brauchen ihre Zeit. Man wird es auch immer wieder erleben, dass türkische Geschäftspartner immer noch einmal versuchen nachzuverhandeln, obwohl doch längst alles in trockenen Tüchern schien.

Orientalische Patriarchen weichen weltgewandten Managern

Herrschten früher in vielen türkischen Unternehmen allerdings orientalisches Flair und patriarchalische Strukturen, begegnet man inzwischen immer häufiger Managern, die in den USA oder in Europa ausgebildet worden sind und mehrere Fremdsprachen beherrschen. Und immer häufiger trifft man in türkischen Chefetagen Frauen an. So werden die Sabanci Holding, die zweitgrößte türkische Firmengruppe, und die Akbank, eine der größten Privatbanken des Landes, heute von Frauen geführt. Und an der Spitze des einflussreichen türkischen Unternehmerverbandes Tüsiad steht schon zum zweiten Mal eine Frau: die erfahrene Unternehmerin Ümit Boyer.

"Die Türkei hat seit jeher unheimlich viele Gesichter", sagt Marc Landau, Geschäftsführer der Deutsch-türkischen Industrie- und Handelskammer. Er beschreibt seine erste Begegnung mit Istanbul, als er vor 15 Jahren aus Teheran an den Bosporus übersiedelte: "Ich fuhr vom Flughafen an der Küste des Marmarameeres entlang und auf der Galatabrücke über das Goldene Horn. Von dort blickt man auf das klassische Istanbul-Panorama: die sieben Hügel mit den tausend Minaretten. Ich war eingefangen!", schwärmt er und fährt fort: "Meine Frau kam einige Wochen später auf einem anderen Weg in die Stadt, nämlich über die Autobahn, die durch ein endloses Gewerbegebiet führt. Ihr erster Eindruck: Oh weh, das ist ja noch trostloser als Teheran."

Seither hat sich Istanbul noch einmal stark verändert. Der Boom hat die Stadt auf den Weg gebracht, zu einer der modernsten Metropolen Europas zu werden. Landau vergleicht ihre Anziehungskraft mit den beliebtesten Städten des Kontinents, wie Barcelona und Amsterdam.

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