Länderanalyse Südeuropa hat die höchste Arbeitslosenrate

Selbst in Afrika, der Karibik und in Lateinamerika gibt es nur wenige Staaten, in denen prozentual mehr Menschen ohne Job sind als in Griechenland oder Spanien, stellt die Internationale Arbeitsorganisation fest.
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In Griechenland demonstrieren die Menschen gegen Arbeitslosigkeit. Quelle: dapd

In Griechenland demonstrieren die Menschen gegen Arbeitslosigkeit.

(Foto: dapd)

HamburgSüdeuropa leidet unter der weltweit höchsten Arbeitslosenrate. Die Erwerbslosenquote in Spanien und Griechenland sei mit 24,5 beziehungsweise 22,3 Prozent höher als in allen anderen Ländern, für die international vergleichbare Daten vorlägen, berichtete die "Financial Times Deutschland" unter Berufung auf eine Länderanalyse der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO). Auch bei der Jugendarbeitslosigkeit zählen die Südeuropäer zu den Schlusslichtern. 55 Prozent der unter 24-jährigen Griechen seien derzeit ohne Job, bei den Spaniern sind es rund 53 Prozent.

La generación perdida? Die verlorene Generation?

Die UN-Organisation hat für ihre Analyse Jobzahlen für 178 Staaten rund um den Globus erhoben. In etwa 50 davon wurde zudem die Bevölkerung befragt, um die Ergebnisse international vergleichbar zu machen. Unter den afrikanischen, karibischen und lateinamerikanischen Staaten, für die es nur Schätzungen gebe, seien nur wenige Länder, in denen prozentual mehr Menschen ohne Job seien als in Griechenland oder Spanien, hieß es in dem Bericht weiter. Dies sei beispielsweise in Namibia der Fall.

Auch für die Zukunft rechnet die ILO mit weiterhin hohen Arbeitslosenzahlen in Südeuropa. "Selbst wenn die Eurokrise in den kommenden Monaten nicht eskaliert, wird die Arbeitslosigkeit in den Euro-Südländern in den nächsten Jahren nur sehr langsam sinken", sagte Ekkehart Ernst, Chef der ILO-Prognosabteilung, der "FTD". Die UN-Behörde geht davon aus, dass 2015 in Griechenland noch immer 20,3 und in Spanien 23,4 Prozent der Erwerbsbevölkerung ohne Job sein dürften.

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26 Kommentare zu "Länderanalyse: Südeuropa leidet unter höchsten Arbeitslosenquote der Welt"

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  • @ Magritt117888

    Och nee, Magritt117888 nicht schon wieder Sie. Allerdings, als seit 22 Jahren arbeitslose Ossideutsche könnten Sie den Arbeitslosen schon einige Tips geben wie man sich ohne Gewissensbisse auf Kosten anderer ein bequemes Leben einrichten kann.
    PS:
    Haben Sie Ihren VHS-Kurs "Deutsch für Sachsen" jetzt abgeschlossen?

  • Radek
    Zustimmung. Es geht @nethshadow aber vor allem jedes Sozialverhalten ab

  • State4smann und Radek
    ich gebe Ihnen Recht. Der Euro hat das Konstrukt dr Auf- oder Abwertung der jeweiligen Wähurungen eben vernichtet. Der Euro war und ist bis heute ein großer Betrug. Er dient nur der Finanzindustrie und dafür wurde er ja wohl auch gemacht

  • Wenn ich ständig neues Geld in den Kreislauf pumpe dann habe ich natürlich eine höhere Beschäftigung. Dieses Geld ist entweder geliehen oder frisch gedruckt. Letzteres zahlt Ersteres zurück bzw. sorgt die Inflation durch Letzteres dass Ersteres viel einfacher zurückgezahlt werden kann. Ein bewährtes Modell durch die ganze Geldgeschichte hindurch. Funktioniert aber nur mit regelmäßigem Crash in Form einer Finanzkrise (Schulden werden irgwann nicht mehr bedient->Bankenkrise, Währungskrise ->Schuldenschnitt, Währungsreform. Dabei werden dann natürlich auch wieder ziemlich viele arbeitslos. Gleichgewicht, Stabilität, ein "realitätskonformer" Pegel an Beschäftigung ist die Ausnahme, ist eher das Zeug gspinnerter Nordeuropäer. Die werden auf die ganz harte Tour lernen dass die dem globalen Geld- und Bankensystem per se inhärent innewohnende Instabilität nicht stabilisiert werden kann (ohne ein niemals real werdendes Maß an Regulierung)

  • Wenn ich ständig neues Geld in den Kreislauf pumpe dann habe ich natürlich eine höhere Beschäftigung. Dieses Geld ist entweder geliehen oder frisch gedruckt. Letzteres zahlt Ersteres zurück bzw. sorgt die Inflation durch Letzteres dass Ersteres viel einfacher zurückgezahlt werden kann. Ein bewährtes Modell durch die ganze Geldgeschichte hindurch. Funktioniert aber nur mit regelmäßigem Crash in Form einer Finanzkrise (Schulden werden irgwann nicht mehr bedient->Bankenkrise, Währungskrise ->Schuldenschnitt, Währungsreform. Dabei werden dann natürlich auch wieder ziemlich viele arbeitslos. Gleichgewicht, Stabilität, ein "realitätskonformer" Pegel an Beschäftigung ist die Ausnahme, ist eher das Zeug gspinnerter Nordeuropäer

  • Wenn ich ständig neues Geld in den Kreislauf pumpe dann habe ich natürlich eine höhere Beschäftigung. Dieses Geld ist entweder geliehen oder frisch gedruckt. Letzteres zahlt Ersteres zurück bzw. sorgt die Inflation durch Letzteres dass Ersteres viel einfacher zurückgezahlt werden kann. Ein bewährtes Modell durch die ganze Geldgeschichte hindurch. Funktioniert aber nur mit regelmäßigem Crash in Form einer Finanzkrise (Schulden werden irgwann nicht mehr bedient->Bankenkrise, Währungskrise ->Schuldenschnitt, Währungsreform. Dabei werden dann natürlich auch wieder ziemlich viele arbeitslos. Gleichgewicht, Stabilität, ein "realitätskonformer" Pegel an Beschäftigung ist die Ausnahme, ist eher das Zeug gspinnerter Nordeuropäer

  • Wir, von www.nexumus.de, sind der Meinung, dass es sich bei dem in Deutschland in letzter Zeit häufig thematisieren Fachkräftemangel vor allem um ein Verteilungsproblem handelt.
    Auf der einen Seite die Arbeitgeber, die händeringend nach Fachkräften suchen und unter anderem auch Weiterbildungsmaßnahmen für geringer qualifizierte anbieten und auf der anderen Seite arbeitssuchende Jugendliche, die keinen Job finden.
    Wir von Nexumus haben eine Plattform entwickelt, um Unternehmen und junge Fachkräfte zusammenzubringen und dem Fachkräftemangel so erfolgreich zu begegnen und vor allem kleinen und mittelständischen Unternehmen bei der Suche nach Nachwuchskräften zu helfen.

  • "Der Euro als Einheitswährung ist für diese Staaten schlicht nicht geeignet"
    Etwas differenzierte müsste man korrigieren: Wenn der politische Rahmen von den Euro-Konstrukteuren (oder besser Jahrhundertpfuschern) Kohl/Waigel so gestaltet worden wäre, dass durch Souveränitätseinschränkungen Schuldenexzesse nicht möglich gewesen wären dann hätte man heute auch nicht das Problem dass die Lohnkosten im Süden überall teils drastisch zu hoch sind. Die sind vor allem durch das viele Schuldengeld hochinflationiert (Gewerkschaften mögen auch ihren Teil dazu beigetragen haben). Und jetzt sind die sozialen Kosten einer Rückgängigmachnung/Deflation kaum tragbar.

    Was allerdings die Baustellen systemische Bankenkrisen und den daraus immer folgenden starken Anstieg der Staatsverschuldung betrifft in Verbindung mit historisch gewachsener schlechter Schuldentoleranz, in Europa vor allem der südlichen Problemstaaten, sehe ich allerdings schwarz. Da wird sich bis zum Systemreset NICHTS tun. Bei diesem werden allerdings auch "homogenere" Währungsräume mit ihren Zentralbanken in den Abgrund gespült. Es ist nur eine Frage der Zeit...

  • "Gab es diese miserablen Arbeitslosenquoten auch schon unter den herkömmlichen Währungen?"
    Ja, gab es, nur vor 12 Jahren war die Jugend noch garnicht so weit ausgbildet, die Quote lag bei 25%.
    Das diese jetzt bei 50% liegt, liegt u. a. auch daran, das im Dienstleistungsgewerbe über 2 Millionen Arbeitsplätze weg gefallen sind. Dagegen sind die Arbeitsplätze aus dem Baugewerbe um die 500.000, also ist die Immokrise nicht nur der Grund.
    Und was braucht man im Dienstleistungsgewerbe Fuß zu fassen, wie zum Beispiel Umwelt- und Abfallwirtschaft?

  • Na wenn Süddeutschland die höchste Arbeitslosenquote der Welt hat, dann wird das Anhäufen von noch mehr Staatsschulden diese Misere doch sicher prompt beseitigen.
    Oder sollte die Lösung doch im Abschaffen des EURO liegen?
    Gab es diese miserablen Arbeitslosenquoten auch schon unter den herkömmlichen Währungen? Am Ende ist gar nicht mehr die Währungsunion das Thema, sondern die Wirtschaftsunion muss in Frage gestellt werden.

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