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Arbeitsmarkt: Überraschende Stabilität

Die größte Leistung der deutschen Wirtschaft in der schwersten Krise der Nachkriegszeit war, dass die Rezession praktisch spurlos am Arbeitsmarkt vorüberging. Dabei hatten noch Mitte 2009 viele Ökonomen für Anfang 2010 fünf Millionen Arbeitslose vorausgesagt. Dass sie sich täuschten, lag vor allem an zwei Faktoren.

Trotz des kräftigen Aufschwungs steigt die Nachfrage nach Arbeitskräften zunächst nur langsam. Quelle: ap
Trotz des kräftigen Aufschwungs steigt die Nachfrage nach Arbeitskräften zunächst nur langsam. Quelle: ap

HB DÜSSELDORF. Deutschlands beinahe schadloses Überstehen der letzten Wirtschaftskrise lag einerseits am massiven Einsatz der Kurzarbeit und andererseits an der Erfahrung vieler Arbeitgeber aus der Rezession 2001/02. Damals entließen sie zu viele hochqualifizierte Arbeitnehmer. Im anschließenden Aufschwung war es schwer, wieder solche Arbeitskräfte zu finden. Die Unternehmen haben dadurch gelernt, dass kurzfristiges Horten von Arbeitskräften sinnvoll sein kann.

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Die beiden Faktoren zusammen verhinderten, dass der mit dem drastischen Produktionseinbruch 2008/09 verbundene Rückgang des bezahlten Arbeitsvolumens zu einem starken Anstieg der offenen Arbeitslosigkeit führte – die Unterbeschäftigung blieb in den Unternehmen versteckt.

Das erklärt auch, dass die Nachfrage nach Arbeitskräften nun trotz des kräftigen Aufschwungs erst langsam steigt. Zuerst muss die versteckte Arbeitslosigkeit abgebaut werden. Wenn die Arbeitslosenzahl bald unter drei Millionen sinkt, dann wird das vor allem daran liegen, dass die demografische Entwicklung künftig pro Jahr 100 000 bis 150 000 Beschäftigte vom Arbeitsmarkt nimmt.

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