
HB DÜSSELDORF. Schon vor dem Ersten Weltkrieg lag der Offenheitsgrad, das heißt das Verhältnis aus der Summe von Exporten und Importen zum Bruttoinlandsprodukt, bei über 40 Prozent. Das war auch das Niveau zur Wiedervereinigung. Erst danach hat sich dieser Offenheitsgrad in den vergangenen zwei Jahrzehnten verdoppelt. Das liegt an der Eingliederung insbesondere der rasant wachsenden BRIIC-Staaten – Brasilien, Russland, Indien, Indonesien und China – in den internationalen Warenaustausch.
In der Finanz- und Wirtschaftskrise der Jahre 2008/09 zog die Abhängigkeit vom Welthandel die deutsche Wirtschaft besonders tief in die Rezession. Aus dem gleichen Grund fällt aber der im Frühjahr 2009 begonnene Aufschwung hierzulande so kraftvoll aus.
Schwellenländer legen zu
Bemerkenswert ist, wie deutlich sich dabei die Bedeutung der Zielländer der deutschen Exporte verschoben hat. So nimmt der Anteil der Ausfuhren in die USA seit Jahren kontinuierlich ab und liegt mittlerweile mit weniger als sieben Prozent auf dem Niveau der Exporte in die Niederlande. Im Gegenzug stieg die Bedeutung der BRIIC-Länder kontinuierlich. Mit über zehn Prozent liegt deren Anteil an den Exporten schon über dem unseres traditionell größten Handelspartners Frankreich. Unter den direkten Nachbarn wächst die Bedeutung Polens. Hierhin gehen nun schon knapp vier Prozent der deutschen Exporte. Damit ist das Land unter die zehn bedeutendsten Handelspartner aufgestiegen.
Das dynamische Wachstum in den neuen ökonomischen Zentren Asiens und Südamerikas bewirkt eine stärkere regionale Differenzierung des deutschen Außenhandels. Gleichzeitig bringt sie eine schleichende Entkoppelung von der Konjunktur in den USA mit sich – wie weit das geht, wird sich in den kommenden Quartalen zeigen.