Handel
Vor allem deutsche Autobauer zählen auf Südafrika

Viele deutsche Unternehmen, gerade aus dem Mittelstand, haben sich für die Fußball-Weltmeisterschaft am Kap mit Erfolg positioniert. Denn "Made in Germany" hat hier einen guten Klang. Das gilt vor allem für die Automobilindustrie.

KAPSTADT. Das Gesamtvolumen der WM-bezogenen Aufträge lag laut dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) für die deutsche Wirtschaft bei über 1,5 Mrd. Euro.

Großkonzerne wie BASF, VW, Daimler oder BMW sind schon lange im Land engagiert - Siemens bereits seit 150 Jahren. Die langjährige Präsenz komme ihnen nun zugute, sagt Heiko Schwiderowski, DIHK-Referatsleiter für Afrika. "Sie haben ein Gespür dafür entwickelt wie sie bei öffentlichen Aufträgen südafrikanische Unternehmen miteinbeziehen können."

Für Deutschland ist Südafrika mit Abstand der bedeutendste Handelspartner in Afrika. Insgesamt liegt die Kaprepublik unter den Handelspartnern auf dem 28. Platz. Lässt man die Länder der EU außer Acht, liegt Südafrika sogar auf Rang neun, vor Kanada und Mexiko.

Im Krisenjahr 2009 erreichte das Handelsvolumen zwischen beiden Ländern fast zehn Mrd. Euro - ein Rückgang um fast ein Viertel gegenüber 2008. Allerdings verzeichnete der Handel im ersten Quartal 2010 ein starkes Wachstum um 20 Prozent von 2,4 auf 2,9 Mrd. Euro und ist inzwischen fast wieder auf den Stand vor der Krise zurückgekehrt.

Die bedeutendste Branche ist die Automobilindustrie. Weitere wichtige Sektoren sind Maschinen, chemische Erzeugnisse, Nachrichtentechnik und Geräte für die Stromerzeugnis. Erneuerbare Energien gewinnen zudem an Bedeutung - schließlich will Südafrika seinen Energiemix, der bislang ganz überwiegend auf der Verbrennung von Kohle fußt, neu ausrichten.

Daneben besteht großer Bedarf an Wassersparsystemen und Anlagen zur Aufbereitung von Brauchwasser. Hier ist der Armaturenhersteller Hansgrohe gut aufgestellt. Erst kürzlich hat die Absa-Bank den Deutschen den größten Auftrag in der Firmengeschichte für ein solches System gegeben.

Wolfgang Drechsler
Wolfgang Drechsler
Handelsblatt / Korrespondent
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