Handelsbeziehungen
Weitere Liberalisierung in Sicht

Indiens Bedeutung als Handelspartner für Deutschland wächst bereits seit Jahren. Und auch als Ziel für Direktinvestitionen wird das Land zunehmend attraktiver. Dabei spielt auch die Lage eine tragende Rolle.

HB. Seit Jahren sind die Zuwachsraten im bilateralen Handel zweistellig. Deutsche Waren genießen auf dem Subkontinent einen guten Ruf: Das Exportvolumen betrug 2009 rund acht Mrd. Euro und übertraf damit, wie in den Vorjahren, das Importvolumen klar. Unter deutschen Exporten nach Indien dominierten die Investitionsgüter: Knapp ein Drittel entfiel auf Maschinen, acht Prozent auf Elektrotechnik und sechs Prozent auf Mess- und Regeltechnik. Chemische Erzeugnisse machten 13 Prozent aus.

Deutschlands Einfuhren aus Indien - zuletzt fünf Mrd. Euro - werden weiterhin mit einem Anteil von knapp 30 Prozent von Textilien und Bekleidung dominiert. Doch auch als Beschaffungsmarkt für die deutsche Industrie gewinnt Indien an Bedeutung. Rund 14 Prozent des Importvolumens entfielen auf chemische Erzeugnisse, je sechs Prozent auf Maschinen und Automobile sowie vier Prozent auf Metallwaren.

Mehr Direktinvestitionen in Indien

Nicht nur als Handelspartner, auch als Ziel für Direktinvestitionen gewinnt Indien an Attraktivität für deutsche Unternehmen. Seine Lage macht das Land zu einer guten Exportbasis. Hier können Waren unter politisch stabilen Bedingungen verhältnismäßig günstig produziert und in andere Länder Asiens sowie nach Afrika verkauft werden.

Die fortschreitende Industrialisierung Indiens erzeugt einen wachsenden Bedarf an Investitionsgütern - eine traditionelle Stärke der deutschen Industrie. Aber auch der Ausbau der Infrastruktur, vor allem der Telekommunikationsnetze und der Energieversorgung, gibt deutschen Herstellern Chancen. Potenzial bietet Indien auch für die Branchen Medizintechnik und Erneuerbare Energien sowie für Finanzdienstleister, zum Beispiel Versicherer, die der Mittelschicht helfen können, Lücken in der sozialen Absicherung zu schließen.

Der renommierte Wirtschaftswissenschaftler Bert Rürup und sein Team gehen davon aus, dass die indische Regierung ihre Wirtschaftsreformen fortsetzt. Sie werde versuchen, mit einem Mix aus Armutsbekämpfung und Wirtschaftsförderung den Erwartungen der einkommensschwachen Bevölkerung ebenso gerecht zu werden wie den Ansprüchen der Unternehmen. Auf der Agenda stünden die Fortsetzung der 2004 begonnenen Privatisierung von Staatsbetrieben, vor allem in den Bereichen Energie und Verkehr, und die Liberalisierung des Banken- und Versicherungssektors. Auch die Bestimmungen für ausländische Direktinvestitionen und den Einzelhandel könnten gelockert werden.

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