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Länderanalyse 2010: Polen ist die Kraftmaschine Mitteleuropas

Nach den Turbulenzen der vor 20 Jahren schocktherapeutisch durchgezogenen Transformation von einer sozialistischen Planwirtschaft in eine Marktwirtschaft war die wirtschaftliche Entwicklung Polens eine Erfolgsstory. Neben den unzähligen Kleinst- und Kleinbetrieben hat das Land inzwischen eine Reihe international wettbewerbsfähiger Unternehmen.

Ökonom Rürup: "Die polnische Wirtschaft steht glänzend da." Quelle: ullstein bild - Schicke
Ökonom Rürup: "Die polnische Wirtschaft steht glänzend da." Quelle: ullstein bild - Schicke

FRANKFURT. Polens mutige Öffnung und Liberalisierung der Märkte sowie eine intelligente Nutzung der EU-Fördergelder haben zusammen mit der hoch motivierten Erwerbsbevölkerung dieses Land zu einem attraktiven Wirtschaftsstandort gemacht.

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Polen ist nicht mehr – wie die meisten anderen mittel- und osteuropäischen Länder – nur eine verlängerte Werkbank oder aufgrund seiner rund 38 Mio. Einwohner nur ein großer und aufnahmefähiger Absatzmarkt. Denn neben den unzähligen Kleinst- und Kleinbetrieben gibt es inzwischen eine Reihe international wettbewerbsfähiger polnischer Unternehmen. Einige polnische Firmen haben bereits ausländische Unternehmen übernommen.

Ein wichtiger Grund dafür ist die investitionsfreundliche Steuerpolitik: Kapital- und Erwerbseinkünfte werden niedrig und der Verbrauch, immobile Bemessungsgrundlagen sowie Erbschaften höher besteuert. Das nationalistische Zwillingspaar Lech und Jaroslaw Kaczynski hatte Polen in der jüngeren Vergangenheit in eine außenpolitische Isolation geführt, den ökonomischen Modernisierungsprozess und die wirtschaftliche Ausrichtung nach Westen konnten sie aber nicht bremsen.

Die jüngste globale Finanz- und Wirtschaftskrise hat in 30 der 33 Staaten der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) das reale Bruttoinlandsprodukt schrumpfen lassen, in Polen aber nur zu einer Wachstumsdelle geführt. Sogar im zurückliegenden Krisenjahr legte die Wirtschaft um 1,8 Prozent zu – und lag damit an der Spitze aller OECD-Länder.

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