Privatisierung
Der russische Staat will Kasse machen

Russland setzt auf Privatisierung: In den kommenden Jahr will Finanzminister Alexej Kudrin Staatsanteile gleich mehrerer Dutzend Unternehmen verkaufen, darunter Pakete an den beiden größten Finanzinstituten Sberbank und VTB. Hinter der Privatisierung steht kein politisches Motiv, sondern der Sparzwang.

MOSKAU. Im nächsten Jahr rollt die mächtigste Privatisierungswelle seit der Liberalisierung der Sowjetunion durch Russland. Finanzminister Alexej Kudrin will bis 2013 Staatsanteile an mehreren Dutzend Unternehmen loswerden. Insgesamt soll es um eine Größenordnung von fast 23 Milliarden Euro gehen – darunter Pakete an den beiden größten Finanzinstituten Sberbank und VTB, dem Ölproduzenten Rosneft, der Staatsbahn RZD und des Pipelinebetreibers Transneft.

Hinter der Privatisierung steht kein politisches Motiv, sondern der Sparzwang: Russland plant bis zum Jahr 2015 mit Budgetdefiziten und ist gezwungen, die Haushaltslöcher zumindest teilweise mit den Privatisierungserlösen zu stopfen.

Allerdings besteht die russische Regierung bislang darauf, dass der Staat in den jeweiligen Unternehmen die Mehrheit behält – womit ein Erwerb dieser Aktiva eher eine Finanzanlage als eine strategische Investition wäre.

Vize-Premierminister Igor Schuwalow, der im Kabinett des Regierungschefs Putin für Investoren-Anliegen zuständig ist, verspricht ausländischen Investoren vollen Zugang bei den Auktionen. Zudem schließt er nicht aus, dass die Regierung in absehbarer Zeit auch die Mehrheit an einem Staatsbetrieb abgeben und dieses vollständig privatisieren könnte. Allerdings müssten sich hierfür vorab geeignete Käufer finden.

Den Anfang wird wohl die zweitgrößte Bank Russlands machen, die VTB-Gruppe. Ein Zehn-Prozent-Paket des Instituts, dessen Anteile auch an der Londoner Börse gehandelt werden, wird voraussichtlich im Sommer unter den Hammer kommen. Um Bewertung der Unternehmen und die Platzierung der Staatsanteile bewerben sich derzeit die meisten großen Investmentbanken, darunter auch die Deutsche Bank.

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