Umweltkatastrophen
Die Partei hat das Problem erkannt

Bereits seit Jahrzehnten erlebt China eine Umweltkatastrophe nach der anderen. Inzwischen aber hat die Regierung das Problem erkannt und reagiert mit drastischen Strafen. Der Politikschwenk zu einem nachhaltigen Wirtschaften mit mehr Umwelt- und Klimaschutz ist ernst gemeint.
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PEKING. China erlebt schon seit Jahrzehnten eine Umweltkatastrophe nach der anderen. In diesem Jahr vergiftete beispielsweise der Goldminenbetreiber Zijin in der Provinz Fujian einen Fluss, der für viele hunderttausend Anwohner Trinkwasser liefert. Der ehemals einträgliche Fischfang am Tingjiang wird auf Jahre nicht mehr möglich sein.

Doch das Unglück zeigt zugleich auch die Verbesserungen, die sich in China in den vergangenen zehn Jahren ergeben haben. In den 90er-Jahre wäre Zijin Mining nach Meinung von Experten noch mit einer Ermahnung davongekommen. Heute besteht die Regierung auf Entschädigungszahlungen an alle Betroffenen. Sie hat zudem weitreichende Berichte in den Staatsmedien über das Unglück veranlasst und Journalisten in Schutz genommen, die Zijin unter Druck setzen wollte.

China meint es wohl ernst mit einem Politikschwenk zu einem nachhaltigen Wirtschaften mit mehr Umwelt- und Klimaschutz - im Prinzip zumindest. Im zwölften Fünfjahresplan, der im kommenden Jahr in Kraft tritt, stehen mehr Qualität des Wachstums und weniger Kohlendioxidausstoß pro Einheit Wirtschaftsleistung im Vordergrund. Wie gut die Umsetzung wirklich klappt, ist freilich offen.

Was funktioniert, ist der Einstieg in die Elektromobilität. Wie kein anderes Land fördert China das Elektroauto. Das macht das Atmen in Chinas verpesteten Großstädten ein wenig einfacher - und verschafft der heimischen Wirtschaft einen Vorsprung im weltweiten Wettlauf bei dieser Zukunftstechnologie. Und als Nebenprodukt der Subventionen hat China mal eben den Markt für Elekro-Roller erobert.

Finn-Robert Mayer-Kuckuk
Finn Mayer-Kuckuk
Handelsblatt / Korrespondent Peking

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