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Vereinigte Arabische Emirate: Zurück auf dem Boden der Tatsachen

Vor allem wegen des Absturzes des Glitzer-Emirats Dubai hat die weltweite Wirtschaftskrise die Vereinigten Arabischen Emirate schwerer getroffen als andere Länder. Dubai ist nur dank der Hilfe des großen Bruders Abu Dhabi glimpflich davongekommen und bereitet nun seinen Wiederaufstieg vor. Doch es lauern Gefahren.

Stadtansicht von Dubai: Das Emirat plant einen schnellen Wiederaufstieg. Doch es lauern Gefahren. Quelle: ap
Stadtansicht von Dubai: Das Emirat plant einen schnellen Wiederaufstieg. Doch es lauern Gefahren. Quelle: ap

BERLIN. Die Emirate meinen es derzeit gut mit Deutschen: Erst wurde Sebastian Vettel in Abu Dhabi Formel- 1-Weltmeister. Dann errang Deutschlands bester Golfer, Martin Kaymer, durch seinen starken Auftritt bei der Dubai World Championship den Titel als bester europäischer Golfer 2010. Aber auch deutsche Banken haben dort bisher meist Glück gehabt: sie blieben weitgehend von den Umschuldungen Dubaier Problemkredite verschont.

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Dabei war der Absturz von Dubai, das sich gern als Übermorgenland bezeichnen ließ, immens: War es vorher das Glitzer-Emirat schlechthin mit Strahlkraft weit über den Golf hinaus, so hängt es seit dem Platzen der gigantischen Immobilienblase und dem zeitweiligen Einbruch des Ölpreises von 150 auf 40 Dollar je Barrel (159 Liter) am Tropf des großen Bruders Abu Dhabi.

Nur das Scheckbuch des Emirs aus dem ölreichen Haupt-Emirat konnte Dubai retten. Sichtbarstes Zeichen für die neue Hackordnung, die die traditionelle Vorherrschaft Abu Dhabis wiederherstellt, ist die Umbenennung des mit 828 Metern höchsten Wolkenkratzers der Welt von "Burj Dubai" in "Burj Khalifa" - zu Ehren des Scheichs Khalifa bin Said el Nahjan, des Herrschers von Abu Dhabi und Präsidenten der Vereinigten Arabischen Emirate.

Der Wirtschaftswissenschaftler Bert Rürup sieht in seinem Handelsblatt-Länderreport Vereinigte Arabische Emirate (VAE) diese Machtverschiebung positiv: "Für eine weitere erfolgreiche Entwicklung kann dies hilfreich sein", sagt Rürup. "Denn in Zukunft ist zu erwarten, dass bei dem Versuch, die wirtschaftliche Zukunft dieses Länderverbunds unabhängiger vom Rohstoff Öl zu gestalten, der wirtschaftlichen Rationalität mehr Raum gegeben wird als Wunschträumen und unrentablen Prestigeobjekten", so seine Begründung.

Am Golf selbst wächst die Hoffnung auf einen neuerlichen Aufschwung: Schon für das laufende Jahr rechnet Sultan Nasser el Suweidi, Gouverneur der Zentralbank der Vereinigten Arabischen Emirate, mit einem Wirtschaftswachstum von 2,0 bis 3,2 Prozent, nach minus 2,5 Prozent 2009. Für 2011 peilt er drei bis vier Prozent Zuwachs beim Bruttoinlandsprodukt (BIP) an.

Auch das Krisen-Emirat Dubai wächst wieder

Sogar die Wirtschaft des krisengeschüttelten Emirats Dubai hat im ersten Halbjahr 2010 um 2,3 Prozent zugelegt - dank des wieder anziehenden Handels, der wachsenden Industrieproduktion und der zurückkehrenden Touristen. Für das kommende Jahr rechne das Emirat mit drei bis 3,5 Prozent Wachstum, sagt Sami el Qamzi, Generaldirektor der Dubaier Wirtschaftsentwicklungsbehörde. Als einer der zehn größten Ölproduzenten der Welt profitieren die Vereinigten Emirate vom anhaltend hohen Ölpreis. In den vergangenen zehn Jahren hatte die Wachstumsrate allerdings durchschnittlich 6,3 Prozent betragen.

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