Länderbonität
Deutschland bei Kreditwürdigkeit weit vorne

Hohes Wirtschaftswachstum und steigende Rohstoffpreise sorgen in den aufstrebenden Weltregionen für eine deutliche Verbesserung der Länderbonität. Nach der 173 Staaten umfassenden Bonitätsliste des New Yorker Bankenmagazins „Institutional Investor“ hat die Kreditwürdigkeit von Schuldnern aus Sicht der Finanzbranche inzwischen den höchsten Stand seit zwei Jahrzehnten erreicht.

BERLIN. „Weder steigende Zinsen, noch hohe Ölpreise oder erhebliche politische Risiken im Mittleren Osten und in anderen Teilen der Welt trüben die positive Grundstimmung“, dieses Fazit zieht Harvey D. Shapiro, Autor der halbjährlichen Umfrage des Bankenmagazins zur Entwicklung der Länderbonität. Experten für Länderrisiken bei den global tätigen Banken bleiben optimistisch, weil so viele Schwellen-und Entwicklungsländer immer noch stark wachsen.

„Darüber hinaus haben die Schwellenländer in den letzten Jahren Rekordüberschüsse in der Leistungsbilanz verbucht und hohe Devisenzuflüsse aus dem privaten Kapitalstrom dazu genutzt, ihre Auslandsverschuldung zu reduzieren und Devisenreserven aufzustocken“, lobt Rainer Schäfer, Chef der Länderanalyse für Emerging Markets der Dresdner Bank. „Wenn Schwellen- und Entwicklungsländer zwei Drittel der rund 3 000 Mrd. US-Dollar an Währungsreserven halten, dann muss das auch deren Kreditwürdigkeit deutlich verbessern“, setzt er hinzu. Die Trends in den Ratings am Anleihemarkt zeigen in die gleiche Richtung: Bei führenden Ratingagenturen wie Standard & Poors (S&P) und Moody’s sind die Heraufstufungen von Schuldnern in Schwellenländern doppelt so häufig wie Herabstufungen.

Auf einer Wertungsskala von 100 bis Null belegt die Schweiz wie auf der letzten Bonitätsliste im Herbst 2005 den Spitzenplatz, Deutschland unverändert den 13. Platz. Deutlich verbessert hat sich Argentinien (s. Tabelle).

 Link zur Bonitätsliste

Bemerkenswert ist, dass in den zurückliegenden sechs Monaten immerhin 100 Länder ihre Kreditwürdigkeit um mindestens einen vollen Punkt verbesserten. 24 Länder wurden in ihrer Kreditwürdigkeit herabgestuft. Mit 45,1 Punkten steht das globale Barometer auf dem höchsten Stand seit Mitte der 80er-Jahre.

Auch die Länderbonitätsliste des konkurrierenden Londoner Bankenmagazins „Euromoney“ zeigt eine Verbesserung der Kreditwürdigkeit an. Die befragten 47 Experten setzten ihre Bewertung gegenüber Herbst letzten Jahres leicht nach oben. Dennoch nennen sie politische Risiken: So trüben nach ihrer Einschätzung die wachsenden Abhängigkeiten wichtiger Volkswirtschaften bei der Energieversorgung, der Siegeszug linker Politiker in Südamerika und der eskalierende Konflikt mit Iran die politische Großwetterlage ein. Bei Euromoney taucht Deutschland auf dem 17. Platz auf.

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