Länger arbeiten
IW-Chef Hüther plädiert für Rente mit 69

Ältere Arbeitnehmer müssen länger ins Berufsleben einbezogen werden, um den demografischen Wandel bewältigen zu können, sagt Michael Hüther, Chef des arbeitgebernahen Instituts der Deutschen Wirtschaft.
  • 20

BerlinDie deutsche Wirtschaft kann den demografischen Wandel nur bewältigen, wenn ältere Arbeitnehmer besser und länger ins Berufsleben einbezogen werden, glaubt der Chef des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW), Michael Hüther. Ältere Mitarbeiter hätten oft mehr Erfahrung und Wissen als junge, sagte Hüther dem Handelsblatt (Montagausgabe) im Vorfeld des zweiten Demografiegipfels der Bundesregierung am Dienstag. „Um das zu nutzen, müssen wir sie aber kontinuierlich weiterbilden – über das gesamte Arbeitsleben. Die Personalmanager müssen sehr viel differenzierter die jeweilige soziale, familiäre, Bildungs- und Alterssituation beachten.“

Durch den Abschied vom Vorruhestand und durch eine positivere Einstellung in den Betrieben gebe es heute schon viel mehr aktive Ältere, sagte Hüther. Wichtig sei, dass Menschen sich ihre Arbeitszeit über das gesamte Berufsleben hinweg besser einteilen könnten. Wer demnächst bis 67 im Job bleibe und 40 oder mehr Jahre arbeite, brauche Phasen, in denen er von zu Hause arbeiten könne, um zum Beispiel Kinder zu betreuen.

Trotz aller Maßnahmen werde man aber um eine weitere Erhöhung des Renteneintrittsalters nicht herumkommen, sagte der IW-Chef: „Wir müssen sehr bald über die Rente mit 69 reden – schon deshalb, damit die Menschen sich darauf einstellen können. Jedes Jahr, um das wir das Rentenalter hinausschieben, erhöht das Erwerbspersonenpotenzial um gut eine Million Menschen.

DGB

Warum Menschen früh zu Rentnern werden

in Prozent


( mit der Maus über die Grafik fahren)


Außerdem gelte es, die Jahresarbeitszeit eher dem Schweizer Niveau von 1.600 Stunden anzunähern und Arbeitnehmern, die dies wünschen, den Wechsel von einer Teilzeit- auf eine Vollzeitstelle zu erleichtern.

Barbara Gillmann ist Korrespondentin in Berlin.
Barbara Gillmann
Handelsblatt / Korrespondentin

Kommentare zu " Länger arbeiten: IW-Chef Hüther plädiert für Rente mit 69"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Jedes Volk hat die maßlosen Ausbeuter, egoistischen Abzocker, verfilzten Gewerkschafter, korrupten Politiker und parteiischen Medien verdient, die es gewählt und geduldet hat. Weiter so, dann enden wir bald wieder bei der Leibeigenschaft und dem Recht auf die erste Nacht!

  • Tja Herr Hüther hat halt seinen Marx gelesen: der Kapitalist lebt von der maximalen Ausweitung der Lebensarbeitszeit. D.h. die Steigerung der Produktivität wird nicht genutzt um weniger zu arbeiten, wie es ja wohl logisch wäre.

  • Wenn man mit 60 und über 800 Bewerbungen keinen Job auf Grund des Alters erhält ist diese Forderung nur als Rentenkürzung zu sehen. Nach aussagen von Headuntern liegt die die geforderte Bewerbungsgrenze bei 45.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%