Länger arbeiten IW-Chef Hüther plädiert für Rente mit 69

Ältere Arbeitnehmer müssen länger ins Berufsleben einbezogen werden, um den demografischen Wandel bewältigen zu können, sagt Michael Hüther, Chef des arbeitgebernahen Instituts der Deutschen Wirtschaft.
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Ein Dachdecker arbeitet am Giebel eines Reetdachs. Quelle: dpa

Ein Dachdecker arbeitet am Giebel eines Reetdachs.

(Foto: dpa)

BerlinDie deutsche Wirtschaft kann den demografischen Wandel nur bewältigen, wenn ältere Arbeitnehmer besser und länger ins Berufsleben einbezogen werden, glaubt der Chef des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW), Michael Hüther. Ältere Mitarbeiter hätten oft mehr Erfahrung und Wissen als junge, sagte Hüther dem Handelsblatt (Montagausgabe) im Vorfeld des zweiten Demografiegipfels der Bundesregierung am Dienstag. „Um das zu nutzen, müssen wir sie aber kontinuierlich weiterbilden – über das gesamte Arbeitsleben. Die Personalmanager müssen sehr viel differenzierter die jeweilige soziale, familiäre, Bildungs- und Alterssituation beachten.“

Michael Hüther, Chef des Instituts der Deutschen Wirtschaft Koeln, plädiert für mehr Berufsjahre. Quelle: dapd

Michael Hüther, Chef des Instituts der Deutschen Wirtschaft Koeln, plädiert für mehr Berufsjahre.

(Foto: dapd)

Durch den Abschied vom Vorruhestand und durch eine positivere Einstellung in den Betrieben gebe es heute schon viel mehr aktive Ältere, sagte Hüther. Wichtig sei, dass Menschen sich ihre Arbeitszeit über das gesamte Berufsleben hinweg besser einteilen könnten. Wer demnächst bis 67 im Job bleibe und 40 oder mehr Jahre arbeite, brauche Phasen, in denen er von zu Hause arbeiten könne, um zum Beispiel Kinder zu betreuen.

Trotz aller Maßnahmen werde man aber um eine weitere Erhöhung des Renteneintrittsalters nicht herumkommen, sagte der IW-Chef: „Wir müssen sehr bald über die Rente mit 69 reden – schon deshalb, damit die Menschen sich darauf einstellen können. Jedes Jahr, um das wir das Rentenalter hinausschieben, erhöht das Erwerbspersonenpotenzial um gut eine Million Menschen.

DGB

Warum Menschen früh zu Rentnern werden

in Prozent


( mit der Maus über die Grafik fahren)


Außerdem gelte es, die Jahresarbeitszeit eher dem Schweizer Niveau von 1.600 Stunden anzunähern und Arbeitnehmern, die dies wünschen, den Wechsel von einer Teilzeit- auf eine Vollzeitstelle zu erleichtern.

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20 Kommentare zu "Länger arbeiten: IW-Chef Hüther plädiert für Rente mit 69"

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  • Jedes Volk hat die maßlosen Ausbeuter, egoistischen Abzocker, verfilzten Gewerkschafter, korrupten Politiker und parteiischen Medien verdient, die es gewählt und geduldet hat. Weiter so, dann enden wir bald wieder bei der Leibeigenschaft und dem Recht auf die erste Nacht!

  • Tja Herr Hüther hat halt seinen Marx gelesen: der Kapitalist lebt von der maximalen Ausweitung der Lebensarbeitszeit. D.h. die Steigerung der Produktivität wird nicht genutzt um weniger zu arbeiten, wie es ja wohl logisch wäre.

  • Wenn man mit 60 und über 800 Bewerbungen keinen Job auf Grund des Alters erhält ist diese Forderung nur als Rentenkürzung zu sehen. Nach aussagen von Headuntern liegt die die geforderte Bewerbungsgrenze bei 45.

  • "Das Sein bestimmt das Bewußts(chw)ein."

  • Ich weiß gar nicht, wo das Problem ist?

    Ich finde, die Deutschen sollten bis mindestens 70 für das EU-Ausland und die dortigen Rentenvorstellungen und Wünsche arbeiten und ab dann bis zum Tod für die eigene Rente. Dann gibt es auch keine Engpässe mehr, denn wir wissen ja: Die Rente is sichääää!

  • Nun wird ein Bauarbeiter das mitnichten durchstehen. Unfair wäre aber auch nur Beamten und Büroarbeitern diese Bürde aufzugeben und den Rest in die Altersarmut zu treiben. Wenn man wirklich bis ins hohe Alter arbeiten soll, dann müsste man auch das System umstellen auf eines, bei dem jeder klein anfängt und nur mit Ehrgeiz und Fleiß weiter kommen kann (z.B. vom Maurer zum Bauleiter zum Techniker zum Architekt (und kein Direkteinstieg als Architekt)). Erst hierdurch wäre es jedem, unabhängig von der Herkunft, möglich sich im Arbeitswettbewerb für seine Altersarbeitszeit entsprechend vorzubereiten und wertvoll zu machen.

  • Bevor man mit solchen Sprüchen an die Öffentlichkeit geht sollte man den Gedankengang erst bei Beamten und Polikern auf ihre Machbarkeit - auch vor dem Hintergrund der künftigen Unbezahlbarkeit deren Pensionen - hin prüfen.

    Viele Staatsmänner sind noch im hohen Alter arbeitsfähig. Als Beispiel könnte auch hierzulande Heinz Riesenhuber mit einem Alter von 76 Jahren gelten.

    Weshalb sollte dies nicht auch bei deutschen Politikern möglich sein. Wer vorher in Pension geht, sollte mit deutlichen Abschlägen dieses Wahlrecht nutzen können.

    Beamte und Politiker sind einfach nicht mit abhängig Beschäftigten vergleichbar. Deshalb ist der allegemeine Vorschlag der Rente mit 69 unsinnig.

  • Da haben wir seit Jahrzehnten eine Zuwanderung
    mit Familiennachzug Tor und Tür geöffnet.
    Und sie kamen mit mindestens 4 Kinder im Gepäck um
    auch hier noch deutlich höher zu gebären als
    die Deutschen..Bulgaren und Rumänen sind im Anmarsch
    und leeren in deren Heimat,ganze Ortschaften.
    Mit einem Rucksack von Kinder und Jugendlichen
    und alles alles das hat nicht genutzt.Und wird es
    auch nicht,außer das wieder viel Geld rüberwachsen
    muß..Von dem deutschen Steuerzahler,der dieses
    mit immer längerer Arbeitszeit finanzieren muß.
    Schlagt die 69 doch mal den Franzosen vor..die
    legen Frankreich in Einzelteile..jede Wette.

  • In 10-20 Jahren kostet eine 3 Zimmerwohnung Randlage Stadt ca
    1500.- Euro bis 2000.- Euro. Der Verdienst und die Rente aber sind weiter auf niedrigen Level. Familien können sich nun entgültig keine Kinder mehr leisten, da beide rund um die Uhr arbeiten müssen. Zwischen 40 und 50 stirbt dann mittlerweile jeder dritte am Herzinfarkt. Alzheimer nimmt rasant zu, der Informationsanteil und Druck am Arbeitsplatz ist einfach zu groß, als das unser Gehirn das noch verkraften kann. Vor 200 Jahren nahm ein Mensch Informationen in einem Jahr auf, die heute an einem Tag auf den modernen Menschen einströmen. Wer da noch 67 Jahre alt wird und gesund bleibt, kommt ins Museum
    der Wachsfiguren.

  • Schon wieder so ein überschlauer Idiot!

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