Lage stabil
US-Konjunkturdaten besser als erwartet

In den USA sind aktuelle Konjukturdaten überraschend positiv ausgefallen: Das Konsumklima verbesserte sich, die Verbraucherpreise blieben stabil und auch die Geschäftsaussichten im Verarbeitenden Gewerbe im US-Bundesstaat New York stiegen auf den höchsten Stand seit August 2008

HB WASHINGTON/NEW YORK. In den USA hat sich das von der Universität Michigan erhobene Konsumklima im Mai überraschend deutlich aufgehellt. Der entsprechende Index sei nach vorläufigen Daten von 65,1 Punkten im Vormonat auf 67,9 Zähler geklettert, teilte die Uni Michigan am Freitag mit. Volkswirte hatten lediglich mit einem Anstieg auf 67,0 Punkten gerechnet.

Der Index der Universität Michigan gilt als Stimmungsbarometer für das Kaufverhalten der US-Verbraucher. Der private Konsum wird wegen der Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise derzeit besonders stark beachtet. In den vergangenen Jahren war der Konsum die wichtigste Konjunkturstütze der weltweit größten Volkswirtschaft.

Die unveränderten Verbraucherpreise im April teilte das US-Arbeitsministerium am Freitag in Washington mit. Während im März die Preise im Vergleich zum Vorjahresmonat um 0,1 Prozent gefallen waren, lag die Inflationsrate im April bei Null. Zwar fielen auch im April die Preise für Nahrungsmittel und Energie, allerdings sei dies von den Preissteigerungen im Gesundheitswesen, für Autos und Zigaretten statistisch aufgefangen worden, so das Ministerium.

Aufs Jahr gerechnet sind die Preise in den USA den Angaben zufolge angesichts der anhaltenden Rezession um 0,7 Prozent gefallen, ein Rückgang wie es ihn seit Mitte der 50er Jahre nicht gegeben habe. Der Kernindex ohne die schwankungsanfälligen Lebensmittel- und Energiepreise erhöhte sich im April um 0,3 Prozent. Im März war die Kernrate um 0,2 Prozent gestiegen. Im Jahresvergleich stieg die Kerninflationsrate im April um 1,9 Prozent.

„Die Nachfrage bleibt weiter zu schwach, auch wenn weitere Preisnachlässe angesichts der jüngsten Belege für eine mögliche Stabilisierung der Wirtschaft wenig wahrscheinlich scheinen“, zitierte die Wirtschaftsfachagentur Bloomberg den Finanzexperten Russell Price vom Ameriprise Advisor Services, Detroit. Im Februar waren die Preise im Monatsvergleich um 0,4 Prozent angezogen, im Januar waren es 0,3 Prozent. Zuvor hatte es ein halbes Jahr keine Preissteigerungen gegeben.

Der Empire-State-Manufacturing-Index, der die Geschäftsaussichten im Verarbeitenden Gewerbe im US-Bundesstaat New York abbildet, ist von minus 14,7 Punkten im Vormonat auf minus 4,6 Punkte geklettert, teilte die regionale Vertretung der US-Notenbank am Freitag in New York mit. Volkswirte hatten lediglich mit einem Anstieg auf minus 12,0 Punkte gerechnet. Ein Indexstand unter Null deutet einen Rückgang der Aktivität an.

Im März hat es zudem wieder Kapitalzuflüsse gegeben. Insgesamt hätten ausländische Investoren per Saldo 23,2 Milliarden US-Dollar eingeführt, teilte das Finanzministerium am Freitag in Washington mit. Im Februar habe es noch Ablüsse von 91,1 Milliarden Dollar gegeben und im Januar sind den Angaben zufolge noch 143,5 Milliarden Dollar abgeflossen. Die USA benötigen einen hohen Zufluss an Kapital, um ihr Defizit in der Leistungsbilanz zu finanzieren.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%