Lagebericht
Chemieindustrie sieht Höhepunkt des Aufschwungs erreicht

Die Chemieindustrie ist dank eines starken Auslandsgeschäfts und der Konjunkturbelebung im Inland mit Zuversicht ins zweite Halbjahr gestartet. Hohe Auslastungen und steigende Umsätze stimmen die Branche positiv. Allerdings werden die Rekordwerte des Vorjahres wohl nicht erreicht.

HB FRANKFURT. „Die aktuelle Geschäftslage der Chemie hat sich seit Jahresbeginn auf breiter Front weiter erfreulich verbessert. Dazu haben insbesondere hohe Auslastungen und steigende Umsätze beigetragen“, erklärte der Präsident des Verbandes der Chemischen Industrie (VCI), Bayer-Chef Werner Wenning, im Lagebericht zum zweiten Quartal. Allerdings sprächen viele Anzeichen dafür, dass der Konjunkturzyklus der Branche inzwischen seinen Höhepunkt erreicht hat.

Im zweiten Quartal nahm die Chemieproduktion nach Angaben des VCI im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 4,4 Prozent zu. Der Branchenumsatz erhöhte sich um sechs Prozent, Chemikalien wurden 3,6 Prozent teurer. Der Auslandsumsatz wuchs um sieben Prozent, im Inland setzten die Unternehmen vier Prozent mehr um als vor einem Jahr. Auf dem deutschen Arbeitsmarkt schlug sich dies allerdings nicht positiv nieder: Im zweiten Quartal arbeiteten 433 600 Menschen in der heimischen Chemieindustrie und damit 1,3 Prozent weniger als vor Jahresfrist.

Für das Gesamtjahr erwartet Deutschlands viertgrößter Industriezweig weiterhin ein Produktionsplus von 2,5 Prozent und einen Umsatzanstieg um 5,5 Prozent. Bei den Chemikalienpreisen wird mit einer Anhebung um drei Prozent kalkuliert. Die Rekordwerte des Vorjahres dürfte die Branche damit in diesem Jahr trotz eines weiterhin soliden Wachstums nicht mehr erreichen. 2005 war die Chemieproduktion mit einer Rate von sieben Prozent so stark wie seit 20 Jahren nicht mehr gestiegen.

Die Chemie sieht zwar nach einer langen Aufchwungphase inzwischen vermehrt Anzeichen für eine Abschwächung des Wachstums. „Trotzdem bleibt die Stimmung in der deutschen Chemieindustrie erfreulich gut“, stellte der Verband fest. Die Firmen hätten ein hohes Produktionsniveau erreicht bei guter Kapazitätsauslastung der Anlagen. Zudem habe die Konjunktur in Deutschland Fahrt aufgenommen. Die Firmen verbuchten überdies dank Programmen zur Kostensenkung und Restrukturierungen höhere Gewinne.

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