Langsamer Rückgang der Arbeitslosigkeit
EZB-Bericht sieht schwächeres Wachstum in Eurozone

Konjunkturexperten haben ihre Wachstumsprognose für den Euroraum für das kommende Jahr leicht nach unten korrigiert. Dies ergab die regelmäßige Umfrage der Europäischen Zentralbank (EZB) unter Finanzinstituten und nichtfinanziellen Institutionen der Europäischen Union.

HB FRANKFURT. Wie die EZB in ihrem am Donnerstag vorgestellten Monatsbericht November berichtet, erwarten die Experten 2005 nunmehr ein Plus des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 2,0, nachdem sie in der vorangegangenen Befragung noch von einer Rate von 2,1 % ausgegangen waren.

2006 prognostizieren sie ein Wachstum von 2,2 %, verglichen mit zuvor genannten 2,3 %. Unverändert blieb mit 1,9 % allerdings die Wachstumserwartung für das laufende Jahr. Nach Ansicht der Umfrageteilnehmer werde das Wachstum hauptsächlich von der Auslandsnachfrage getragen, sodass eine Abkühlung des weltwirtschaftlichen Wachstums als wichtiges Abwärtsrisiko zu werten sei. Zudem würden die Wachstumsaussichten durch das geringe Verbrauchervertrauen und fehlende Verbesserungen an den Arbeitsmärkten eingetrübt. Die langfristige Wachstumsrate in fünf Jahren (2009) sei ebenfalls um einen Zehntel Prozentpunkt auf 2,2 % korrigiert worden.

Mit Blick auf die Teuerung in der Eurozone wird für das kommende Jahr unverändert eine Inflationsrate von 1,9 % vorhergesagt, die sich im darauf folgenden Jahr auf 1,8 % abschwächen sollte. 2004 wird sich der Preisauftrieb den Experten zufolge auf 2,1 % belaufen. Insbesondere die Ölpreise spielten bei den Preiserwartungen eine große Rolle. Es werde erwartet, dass die höheren Ölpreise 2005 auf die Verbraucherpreise durchschlagen, erläuterte die EZB.

Dieser Aufwärtsdruck werde jedoch durch die Aufwertung des Euro, dämpfende Basiseffekte bei der Teuerung von Tabakwaren und Gesundheitsleistungen sowie einer nur allmählichen Belebung des Wirtschaftswachstums aufgewogen. Das Risiko eines steigenden Lohndrucks aufgrund von Zweitrundeneffekten werde gemeinhin als gering eingestuft. Längerfristig, also wiederum bezogen auf das Jahr 2009, werde eine Inflationsrate von 1,9 % vorhergesagt, womit diese Erwartung den zwölften Monat in Folge unverändert geblieben sei.

Etwas schwächere Prognosen wurden hingegen für den Arbeitsmarkt gestellt. So wird hier nun im Konsens für das laufende Jahr eine Arbeitslosenquote von 9,0 % erwartet, die sich 2004 auf 8,8 % und 2006 auf 8,5 % zurückbilden sollte. Die Prognosen für 2005/06 liegen damit um zwei Zehntel Prozentpunkte über den bisherigen. Der langsamere Rückgang werde damit erklärt, dass das Wirtschaftswachstum in den Jahren 2005 und 2006 voraussichtlich nur knapp über der Potenzialrate liegen werde.

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