Laut Magazinbericht
Wirtschaftsweise rechnen offenbar mit Stagnation 2009

Abweichend von der Prognose der Bundesregierung rechnet Sachverständigenrat einem Magazinbericht zufolge für das kommende Jahr mit einer Stagnation in Deutschland. Das werde sich auch in der Arbeitslosenquote widerspiegeln. Zu Jahresanfang legte die deutsche Wirtschaft noch einen Traumstart hin, inzwischen senken die Forscher im Wettlauf die Konjunkturprognosen.

HB BERLIN. Die deutsche Wirtschaft werde 2009 auf der Stelle treten und nicht wachsen, heißt es nach einem Vorabbericht des "Spiegel" vom Samstag im Jahresgutachten, das die sogenannten fünf Wirtschaftsweisen am Mittwoch vorstellen wollen. Ursache für den Abschwung seien die abnehmende Industrieproduktion und die schrumpfenden Auftragseingänge, in deren Folge auch die Zahl der Arbeitslosen nach jahrelangem Rückgang wieder etwas steigen werde. Im September etwa hat das produzierende Gewerbe seine Produktion so stark gedrosselt wie seit Anfang 1995 nicht mehr. Nach vorläufigen Berechnungen des Wirtschaftsministeriums von Freitag ging der Ausstoß um 3,6 Prozent zurück.

Die Bundesregierung und Wirtschaftsforschungsinstitute haben jeweils ein Wirtschaftswachstum von 0,2 Prozent für das nächste Jahr vorausgesagt. Der Internationale Währungsfonds (IWF) hatte kürzlich seine Prognose für Deutschland gesenkt und erwartet nun 2009 ein Minus von 0,8 Prozent.

Die Wirtschaftsweisen kritisieren dem Magazinbericht zufolge zudem das Konjunkturpaket der Bundesregierung. Die Maßnahmen seien nicht zielgenau genug. Auf besonderes Unverständnis treffe die Befreiung von der Kraftfahrzeugsteuer beim Kauf eines neuen Autos. Die Kfz-Steuer-Befreiung ist eine von 15 Maßnahmen, die die Bundesregierung am Mittwoch beschlossen hat, um einem Konjunktureinbruch infolge der Finanzkrise entgegenzuwirken.

Es wird deutlich, dass der Einbruch der Konjunktur nicht nur Firmen und Verbraucher trifft. Auch Ökonomen stehen vor einem Rätsel. Nach immer neuen Hiobsbotschaften müssen sie ihre Prognosen fortlaufend ändern, kommen mit ihren Rechenmodellen kaum noch hinterher. „Diese Abwärtsentwicklung hat eine Dynamik, die ich in 16 Jahren Konjunkturbeobachtung kaum erlebt habe“, sagt Jörg Krämer, Chefvolkswirt bei der Commerzbank. Zu Jahresanfang hatte die deutsche Wirtschaft noch einen Traumstart hingelegt, war überraschend stark um 1,3 Prozent gewachsen. Daraufhin hatten Volkswirte und Institute ihre Prognosen noch kräftig erhöht. Wenig Monate später spricht niemand mehr vom Aufschwung, stattdessen ist „Rezession“ in aller Munde.

„Das Ausmaß der Finanzkrise ist schwer abzuschätzen“, klagt Ulrike Kastens von Sal. Oppenheim. Auch Volkswirte seien verunsichert. Dies gelte vor allem für die Zuspitzung der Krise seit der Pleite der US-Bank Lehman Brothers vor knapp zwei Monaten. „Wir leben in einer anderen Welt seit dem 15. September“, hatte jüngst auch der Präsident der Europäischen Zentralbank, Jean-Claude Trichet, gesagt.

Seite 1:

Wirtschaftsweise rechnen offenbar mit Stagnation 2009

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%