Lebenshaltung im September verbilligt
Teuerungsrate gesunken

Wie erwartet sind die Kosten für die Lebenshaltung in Deutschland im September leicht gesunken. Heizöl, Kraftstoff und Pauschalreisen verbilligten sich, während Lebensmittel wegen der Hitzwelle teurer wurden.

HB BERLIN. Im Schnitt seien die Verbraucherpreise von August auf September um 0,1 % zurückgegangen, teilte das Statistische Bundesamt am Mittwoch nach vorläufigen Berechnungen auf Basis von Daten aus sechs Bundesländern mit. Die Jahresteuerung habe bei 1,1 % verharrt. Auch wenn die Folgen der Hitze in den kommenden Monaten weiter preistreibend wirken dürften, bleibe die Inflation in Deutschland aber moderat, sagte Stephan Rieke von der ING BHF-Bank. „Inflationsrisiken existieren eigentlich nicht.“ Da die Inflation in der gesamten Euro-Zone aber hartnäckiger ist, rechnen die meisten Experten nicht mehr mit einer weiteren Zinssenkung der Europäischen Zentralbank (EZB).

Dabei verlief die Preisentwicklung in den Bundesländern ähnlich: Saisonabhängige Lebensmittel waren deutlich teurer als im August und kosteten auch mehr als vor einem Jahr. So mussten die Verbraucher in Nordrhein-Westfalen für frisches Gemüse 11,6 % mehr als im August und 2,7 % mehr als im September 2002 bezahlen. Damit zeigten sich nun wie erwartet die Folgen von Hitze und Dürre in den Preisdaten, sagte Rieke. „Da scheint für die kommenden Monate noch einiges in petto zu sein.“ Die sonst für die Jahreszeit übliche Entlastung bei den Nahrungsmitteln dürfte schwächer ausfallen.

Billiger als im August waren zum Ende der Ferienzeit Pauschalreisen, zum Beispiel in Bayern um 6,7 %. Auch die Preise für Heizöl und Kraftstoffe gingen in den meisten Ländern zurück. In Hessen musste für Heizöl 2,3 % weniger gezahlt werden, Kraftstoffe waren 1,6 % billiger. Auch im Jahresvergleich dämpften diese Produkte in den meisten Ländern den durchschnittlichen Preisanstieg.

Generell bleibt die Inflation in Deutschland moderat. Auch in den kommenden Monaten dürfte die Jahresteuerungsrate um ein Prozent liegen, sagte Rieke. In der saisonbereinigten Betrachtung zeige sich allerdings, dass sich die Inflation auch nicht stark abschwächen dürfte. Die große Unbekannte sei dabei allerdings wie für die gesamte Euro-Zone die Entwicklung des Euro-Kurses.

Nachdem in Italien die Preise zuletzt stärker stiegen, werde die Inflation im Währungsgebiet nicht sehr weit unter die EZB-Marke für Preisstabilität von zwei Prozent sinken, sagte Rieke. Ähnlich äußerte sich Holger Schmieding von der Bank of America: „Unter dem Strich können wir sagen, dass die Inflation hartnäckiger ist, als die meisten vor einigen Monaten erwartet haben.“ Die Inflationsrate in der Euro-Zone habe wohl im September bei 2,1 % verharrt. „Das ist ein weiteres Argument für die EZB, die Zinsen nicht noch einmal zu senken.“

Inzwischen überwiegt die Zahl derer, die keine weitere EZB-Zinssenkung mehr erwarten. In der jüngsten Reuters-Umfrage gehen nur 25 Analysten von weiter sinkenden Leitzinsen aus, 40 sehen den Schlüsselzins mit derzeit zwei Prozent auf dem Tiefstand angekommen.

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