Lebenshaltungskosten
Inflation sinkt im Euroraum

Die Inflation ist in Deutschland auf einem so niedrigen Stand wie zuletzt vor drei Jahren. Damit liegt der Bund im Trend des Euroraums. Besonders bei Kraftstoffpreisen macht sich der Preisverfall bemerkbar.
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Berlin/BrüsselSinkende Preise für Benzin und Heizöl haben in Deutschland die Inflation 2013 in Schach gehalten. Die Kosten für die Lebenshaltung stiegen im Vergleich zu 2012 um 1,5 Prozent. „Eine niedrigere Teuerung im Jahresdurchschnitt hatte es zuletzt 2010 mit 1,1 Prozent gegeben”, teilte das Statistische Bundesamt am Donnerstag mit. 2012 lag die Inflationsrate bei 2,0 und 2011 bei 2,1 Prozent. Die Europäische Zentralbank (EZB) spricht bei Werten von knapp unter zwei Prozent von stabilen Preisen.

Wegen der anziehenden Konjunktur rechnen Experten in diesem Jahr mit stärker steigenden Preisen. Die Commerzbank geht von einem Plus von 1,7 Prozent aus. Wegen der besseren Wirtschaftslage dürfte es den Unternehmen leichter fallen, steigende Kosten - etwa durch höhere Löhne - an ihre Kunden weiterzureichen

Der Preisdruck in der Euro-Zone hat Ende 2013 nachgelassen und damit wieder Sorgen vor einer Deflation geschürt. Waren und Dienstleistungen kosteten im Dezember im Schnitt nur noch 0,8 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, wie das Statistikamt Eurostat am Donnerstag mitteilte und damit eine erste Schätzung bestätigte. Im November hatte die Jahresteuerung noch bei 0,9 Prozent gelegen. Auch aus Sorge vor einer Deflation - einem Preisverfall auf breiter Front - hatten die Währungshüter im November die Leitzinsen auf das Rekordtief von 0,25 Prozent gesenkt. EZB-Chef Mario Draghi hatte zuletzt bekräftigt, die EZB sei zu weiterem Handeln bereit, sollte sich die Lage am Geldmarkt verschlechtern oder die Inflation niedriger ausfallen als für die Notenbanker hinnehmbar.

Entlastet wurden die europäischen Verbraucher durch billigeres Öl, das wegen der schwachen Weltkonjunktur deutlich weniger kostete. Kraftstoffe waren 1,5 Prozent günstiger als vor Jahresfrist. Zudem verbilligten sich Dienstleistungen rund um die Telekommunikation um knapp vier Prozent. Von November auf Dezember stiegen die Verbraucherpreise um 0,3 Prozent und damit wie von Experten erwartet.

Deutlich tiefer in die Taschen greifen mussten die deutschen Verbraucher unterdessen für Nahrungsmittel. Sie kosteten durchschnittlich 4,4 Prozent mehr als 2012. „Preiserhöhungen gab es 2013 in allen Nahrungsmittelbereichen”, erklärten die Statistiker. Besonders deutlich fiel der Preisaufschlag bei Kartoffeln (+28,7 Prozent), Äpfeln (+14,9) und Butter (+16,1) aus. Grund dafür waren die weltweit steigende Nachfrage und witterungsbedingte Ernteausfälle.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Zitat : Inflation sinkt auf 1,5 Prozent

    - und wenn man diesen NONSENS 10 mal pro Tag wiederholend schreibt :

    Die Inflation in Deutschland liegt bei 7 % !

    Dank der Energiewende ( gestiegene Strompreise und damit auch gestiegene Erzeugnispreise ) !

    Diese Inflation ist in ALLEN Supermärkten dieser Republik NACHLESBAR !

  • Tja, mehr als die Hälfte der Rentner haben das Merkel gewählt. Jedes Volk bekommt die Regierung die es verdient.
    Programm von Merkel war weiter wie bisher, also weiterschlafen.

  • In diesem Zusammenhang nur, damit es nicht in Vergessenheit gerät:
    Der normale Rentner (West) erhielt im letzten Jahr eine "Diätenerhöhung" von sage und schreibe 0,25% und kein Wähler schrieb eine Quittung!

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