Lebensmittel und Reisen billiger
Inflation gebremst

Sinkende Preise für Pauschalreisen und Lebensmittel haben die Teuerung im September gebremst. Die Bürger mussten für ihre Lebenshaltung 1,8 Prozent mehr ausgeben als vor einem Jahr, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag nach endgültigen Berechnungen mitteilte.

HB BERLIN. Im August waren die Verbraucherpreise noch um 2,0 % gestiegen. Während die Deutschen beim Einkauf von Lebensmitteln 1,2 % - bei Gemüse sogar gut elf Prozent - sparen konnten, mussten die Autofahrer gut sieben Prozent mehr für eine Tankfüllung bezahlen. Heizöl verteuerte sich sogar um fast 28 % im Vergleich zum September 2003.

Von August auf September sanken die Verbraucherpreise um 0,3 %, was die Statistiker vor allem auf billigeres Reisen und und günstigere Nahrungsmittel zurück führten. Pauschalreisen waren fast neun Prozent billiger als im August, eine Übernachtung kostete gut elf Prozent weniger. „Lediglich die Preisentwicklung für Flugtickets verlief diesmal untypisch“, schrieben die Statistiker. Tickets kosteten 0,7 % mehr als im August, während sonst zu dieser Jahreszeit die Preise um fünf bis acht Prozent gesunken seien. Grund für die Verteuerung seien vor allem die neu eingeführten Gebühren für die Ticketausstellung.

Die Rekordpreise für Rohöl dürften den Verbrauchern im Oktober noch mehr zu schaffen machen. Erst am Montag hatte der Preis für ein Barrel (rund 159 Liter) der führenden europäischen Sorte Brent erstmals die Marke von 50 Dollar übersprungen. Seit Mitte September - als die Statistiker die Preise für die Inflationsberechnung erfassten - ist der Preis für Brent-Öl damit fast um 20 % gestiegen. Ohne Einrechnung der Mineralölprodukte wären die Verbraucherpreise in Deutschland im Jahresvergleich nur um 1,4 % gestiegen, während sie von August auf September keinen Einfluss auf die Preisentwicklung hatten. Ursache für die steigenden Ölpreise sind unter anderem die hohe weltweite Nachfrage und die Spannungen im Irak.

Trotz der starken Preiserhöhungen beim Öl gibt es nach Einschätzung von Experten keinen Grund für Inflationssorgen in Deutschland. Wegen der schwachen Nachfrage fällt es Firmen noch immer schwer, Preiserhöhungen durchzusetzen. Auch kräftige Lohnsteigerungen, die langfristig die Inflation antreiben könnten, sind derzeit nicht in Sicht. Aus diesem Grund kann sich die Europäische Zentralbank (EZB) nach Ansicht von Experten auch mit einer Zinserhöhung noch etwas Zeit lassen.

Sowohl bei der Monatsveränderung als auch bei der Jahresteuerung bestätigten die Statistiker ihre vorläufigen Berechnungen von Ende September. Der für europäische Geldpolitik maßgebliche harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) für Deutschland ging den Angaben zufolge im Vergleich zum August um 0,4 % zurück und lag damit 1,9 % über dem Niveau vom September 2003. Hier revidierte das Amt seine erste Schätzung etwas nach unten.

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