Leichter Rückgang: Arbeitslosigkeit in Italien sinkt überraschend

Leichter Rückgang
Arbeitslosigkeit in Italien sinkt überraschend

Erstmals seit Mitte 2012 ist im rezessionsgeplagten Italien die Arbeitslosigkeit gesunken - wenn auch nur leicht. Noch zum Jahresauftakt war sie auf den höchsten Stand seit 21 Jahren geklettert.
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Rom/LuxemburgDie Arbeitslosigkeit im rezessionsgeplagten Italien ist erstmals seit Mitte 2012 wieder etwas gesunken. Die – um jahreszeitliche Schwankungen bereinigte – Arbeitslosenquote fiel von Januar auf Februar auf 11,6 von 11,7 Prozent, wie das nationale Statistikamt Istat am Dienstag mitteilte.

Noch zum Jahresauftakt hatte es den höchsten Wert seit 21 Jahren gegeben. Von Reuters befragte Analysten hatten im Mittel mit einem weiteren Anstieg auf 11,8 Prozent gerechnet. Daher kommt der erste Rückgang seit Juli 2012 überraschend. Auch die Jugendarbeitslosigkeit ging zurück auf 37,8 Prozent, nach einem Rekordhoch von 38,6 Prozent im Januar.

Arbeitslosenquote in der Euro-Zone

von Februar 2012 bis Februar 2013 (saisonbereinigt), in Prozent


Italien steckt derzeit tief in der Rezession und macht konjunkturell die längste Durststrecke seit 20 Jahren durch. Die Industrie beschleunigte im März ihre Talfahrt. Zudem verharrt die drittgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone nach der Parlamentswahl immer noch in einer politischen Pattsituation. Staatspräsident Giorgio Napolitano will den Stillstand überwinden. Er beauftragte am Osterwochenende Experten mit der Ausarbeitung von Gesetzesvorschlägen, die alle politische Parteien im Parlament unterstützen könnten.

Die Arbeitslosenquote in der Eurozone hat im Februar bei 12,0 Prozent gelegen. Das teilte die Europäische Statistikbehörde Eurostat am Dienstag in Luxemburg mit. Nachdem die Zahl der Arbeitslosen in den vergangenen Monaten auf immer neue Rekordstände angewachsen war, wurde die Zwölf-Prozent-Marke Eurostat zufolge jetzt schon im zweiten Monat in Folge erreicht, da die Behörde die Quote für den Januar nun nachträglich nach oben korrigierte.

In den 17 Ländern der Währungsunion waren somit 19,071 Millionen Männer und Frauen ohne Arbeit. In der gesamten Europäischen Union haben 26,338 Millionen Menschen keinen Job.

Weiterhin zeigt sich dabei eine deutliche Spaltung zwischen dem Norden und dem krisengeschüttelten Süden Europas: Während Österreich mit 4,8 Prozent, Deutschland mit 5,4 Prozent und Luxemburg mit 5,5 Prozent Arbeitslosigkeit Eurostat zufolge am besten dastehen, sind Griechenland und Spanien mit jeweils mehr als 26 Prozent sowie Portugal mit 17,5 Prozent am härtesten von der Arbeitslosigkeit betroffen.

Auch die jungen Menschen leiden im Süden Europas besonders unter der Krise. In Griechenland hat den letzten verfügbaren Zahlen zufolge inzwischen fast jeder sechste unter 25 Jahren keine Arbeit (58,4 Prozent). In Spanien liegt die Jugendarbeitslosigkeit bei 55,7 Prozent, in Portugal bei 38,2 Prozent und in Italien bei 37,8 Prozent. Am geringsten ist die Quote in Deutschland mit 7,7 Prozent, gefolgt von Österreich mit 8,9 Prozent und den Niederlanden mit 10,4 Prozent. Im Durchschnitt lag die Jugendarbeitslosigkeit in der Eurozone im Februar bei 23,9 Prozent und damit leicht unter dem Wert des Vormonats.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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  • Der künstliche Alarmismus, der hier in Deutschland absichtlich ignorantperfide verbreitet wird, ist die Ursache
    der herrschenden Globalvoreingenommenheit gegenüber Italien.
    In der Tat ist aber Italien die 2. Wirtschaftsmacht in Europa
    und der tatsächliche Nettozahlungsmeister in Europa.
    Und dies weit vor Frankreich!
    Dies wollen die Germans nicht zur Kenntnis nehmen. macht nichts!.
    Italiener brauchen die Deutschen nicht und benötigen auch nicht deren arrogantes Geld!

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