Leitzinsanhebung
Trichet: EZB muss gegen Inflationsgefahr vorgehen

EZB-Präsident Jean-Claude Trichet hat die jüngste Zinserhöhung der Europäischen Zentralbank mit der drohenden Inflationsgefahr im Euro-Raum gerechtfertigt. Mit der Leitzinsanhebung auf 3,25 Prozent wolle die Notenbank eine Botschaft senden, dass es ihr ernst sei mit der Preisstabilität. Es gebe das Risiko steigender Inflation.

HB PARIS. „Wir müssen nicht warten, bis diese Risiken eintreten - denn, wenn sie eintreten, ist es ein bisschen wie mit Zahnpasta - ist sie erstmal aus der Tube, bekommt man sie schwer wieder rein“, sagte Trichet im französischen Radiosender Europe 1.

Die EZB hat signalisiert, dass sie auch nach dem fünften Zinsschritt seit Ende vergangenen Jahres ihren Erhöhungskurs noch nicht beendet und mindestens noch einmal im Dezember den Schlüsselzins anhebt. Analysten rechnen mit einem weiteren Aufschlag um 25 Basispunkte auf dann 3,5 Prozent.

Die straffere Geldpolitik der EZB stößt jedoch auch auf Kritik. Gewerkschaften und SPD warnten, die Zentralbank würde der Konjunktur schaden. Auch die Handelskammern aus Deutschland und Spanien erklärten, die Zinsen müssten jetzt nicht weiter steigen.

Unterdessen ließ auch der niederländische Notenbankpräsident Nout Wellink keinen Zweifel daran, dass die EZB den Zins noch für zu niedrig hält. „Es ist ziemlich klar, dass wir auf dem Weg einer weiteren Straffung der Geldpolitik sind“, sagte er auf einer Bankenkonferenz in Mexiko. Das Wachstum im Euro-Raum sei wieder auf gutem Weg und die Teuerungsrate mit voraussichtlich mehr als zwei Prozent in diesem und im kommenden Jahr höher als der EZB recht sei.

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