Leitzinsen und starker Euro
Exportwirtschaft erwägt Prognoserevision

Unruhe bei der deutschen Exportwirtschaft: Die jüngste Zinssenkung der US-Notenbank Fed könnte für sie zur Belastung werden. Außenhandelsverbandspräsident Börner denkt an eine Revision seiner Wachstumsprognose. Auch die Regierung macht sich langsam Sorgen um die Stütze für die deutsche Konjunktur.

HB BERLIN. Außenhandelsverbandspräsident Anton Börner rechnet wegen der Zinssenkung der US-Notenbank Fed mit einem deutlich stärkeren Euro und daraus resultierenden Wachstumseinbußen für die deutsche Wirtschaft. „Was ganz sicher ist, ist, dass der Dollar schwächer werden wird“, sagte Börner am Mittwoch in einem Interview.

Die US-Notenbank hatte den Leitzins um 50 Basispunkte gesenkt. Seither notiert der Euro nur noch knapp unter 1,40 Dollar. Ein steigender Euro-Kurs dämpft tendenziell das Wirtschaftswachstum, da europäische Exportprodukte im Ausland teurer werden. Andererseits drückt er die Inflation, weil Importgüter, darunter vor allem auch Erdöl, in Euro gerechnet billiger werden.

Der Euro werde deutlich über 1,40 Dollar steigen bis in eine Größenordnung von 1,43 Dollar, meinte Börner. „Ich glaube, dass unser Wachstum im nächsten Jahr um einige Zehntelprozent sinken wird“, folgerte er daraus. Der deutsche Export in die USA werde in diesem Jahr wohl um mehr als fünf Prozent fallen und auch im kommenden Jahr zurückgehen.

Dennoch hoffe er, dass die Exportwirtschaft insgesamt „mit einem blauen Auge“ davonkomme. Das Rezessionsrisiko in den USA sei aber gestiegen. „Vielleicht müssen wir die optimistischen Zahlen vom nächsten Jahr ein bisschen nach unten revidieren“, sagte Börner. Er bezog sich damit auf die Prognose seines Bundesverbandes des Deutschen Groß- und Außenhandels (BGA), die ein Exportplus von neun Prozent vorhersagt. Noch wollte der Verbandspräsident diese Schätzung nicht aufgeben. Entscheidend werde sein, ob die US-Hypothekenmarktkrise auf den Markt der Kreditkarten-Verbriefungen übergreife und damit den privaten Konsum in den USA massiv treffe, sagte Börner. Geschehe das, sei auch eine Rezession in den USA nicht ausgeschlossen.

Das wäre dann auch das Ende des Wachstums in Deutschland. „Das Risiko steigt“, sagte Börner. „Es spricht etwas das Prinzip Hoffnung aus mir.“

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