Leizins
Britische Notenbank senkt erneut Zinsen

Historischer Tiefstand: Die britische Notenbank hat den Leitzins erneut gesenkt und sich damit weiter der Null-Prozent-Marke genähert. Die Währungshüter begründeten den neuerlichen Zinsschritt mit dem weltweiten Abschwung.

HB LONDON. Die Bank of England reduzierte den Zins am Donnerstag um 0,5 Punkte auf den historischen Tiefstand von 1,0 Prozent. Bereits im Januar hatte die Notenbank die Zinsen wegen der Finanzkrise auf den niedrigsten Stand in ihrer 315-jährigen Geschichte reduziert. Die Währungshüter hatten den Zins dabei um 0,5 Punkte auf 1,5 Prozent gekappt.

Den neuerlichen Zinsschritt teilte die Zentralbank nach einer Sitzung des geldpolitischen Komitees am Donnerstag in London mit. Die Finanzmärkte hatten mit einem Zinsschritt in dieser Höhe gerechnet.

Zur Begründung für die weitere Lockerung ihrer Geldpolitik erklärte die Notenbank, die Weltwirtschaft befinde sich in einem anhaltenden und in vielen Regionen gleichgerichteten Abschwung. Die jüngsten Zinssenkungen sollten aber gemeinsam mit den finanzpolitischen Maßnahmen der Regierung, der Abwertung des Pfund Sterling und fallenden Rohstoffpreisen zu einem enormen Stimulus für die Wirtschaft beitragen.

Ein weiterer Grund für die neue Zinssenkung war offenbar auch die zuletzt rasant gefallene Inflation. Es bestehe das Risiko, dass die Teuerung in den kommenden Monaten das Ziel der Notenbank von zwei Prozent unterschreite, hieß es. Dies könne in der zweiten Jahreshälfte der Fall sein. Bei zu niedrigen Inflationsraten besteht nach Meinung der meisten Ökonomen die Gefahr einer gefährlichen Deflationsspirale.

Am frühen Nachmittag entscheidet in Frankfurt auch die Europäische Zentralbank (EZB) über den Leitzins. Es wird erwartet dass der Schlüsselzins für die Währungsunion bei 2,0 Prozent bleibt und die Währungshüter nach vier aufeinander folgenden Zinssenkungen zunächst eine Pause einlegen.

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