Lichtblick Auslandsgeschäft
Bau erreicht Talsohle erst 2004

Die Baubranche kommt vorerst nicht aus dem Jammern heraus. Zu groß ist die Investitionszurückhaltung unter anderem der gewerblichen Investoren. Auch die öffentliche Hand hält sich mit dem Kauf neuer Immobilien zurück, klagt die Branche.

HB BERLIN. Der Abschwung in der Bauindustrie geht weiter, mindestens bis Mitte des nächsten Jahres. Die Talsohle für die Baubranche werde erst im Verlauf des Jahres 2004 erreicht sein, sagte der Präsident des Hauptverbandes der deutschen Bauindustrie (HDB), Ignaz Walter, am Donnerstag in Berlin.

Der Umsatz werde in etwa das Niveau des laufenden Jahres erreichen, allenfalls ein geringer Anstieg sei möglich. Schlechter könne es kaum noch werden. Der HDB rechnet für das Bauhauptgewerbe damit, dass der Umsatz 2003 im Vergleich zum Vorjahr um sechs Prozent sinken wird.

Die Investitionszurückhaltung der gewerblichen Investoren sei noch nicht überwunden und die privaten Haushalte hielten sich mit dem Kauf neuer Immobilien oder mit der Sanierungen zurück. Auch Bund und Länder sparten weiterhin zu Lasten der öffentlichen Infrastruktur. Der Umsatz im Bauhauptgewerbe lag in den ersten sechs Monaten des Jahres insgesamt um 8,7 % unter dem Vorjahresniveau. Im Vergleich zum Boomjahr 1995 seien die Umsätze sogar um 33 % niedriger gewesen, teilte der Verband mit. Dazu trage vor allem der Rückgang in der Bauindustrie in Ostdeutschland bei. Auch der Beschäftigungsabbau habe sich weiter fortgesetzt. Im Juni 2003 seien nur noch 803 000 Mitarbeiter im deutschen Bauhauptgewerbe beschäftigt gewesen. Innerhalb eines Jahres seien damit rund 92 700 Arbeitsplätze verloren gegangen.

Lichtblicke gibt es nach Angaben des Verbandes lediglich beim Auslandsgeschäft deutscher Bauunternehmen und im Bahnbau. Weltweit seien die deutschen Auslandsbauer inzwischen die Nummer Drei hinter den weiterhin mit Abstand führenden amerikanischen Unternehmen. Trotz der weltwirtschaftlichen Verwerfungen und des Krieges in Irak erwarte die deutsche Bauindustrie 2003 einen ähnlich guten Auftragseingang wie in den Jahren 2001 und 2002. 2001 habe dieser Wert bei rund 17,1 Mrd. € gelegen.

Auch die deutschen Bahnbauer könnten sich dank der verbesserten Planung der Deutsche Bahn AGÄDBN.ULÜ über mangelnde Beschäftigung nicht beklagen, erklärte der Verband. Anders als in den Vorjahren gelinge es dem Unternehmen im laufenden Jahr wesentlich besser, die bereitgestellten Investitionen des Bundes abzurufen. So seien etwa 1,6 der insgesamt im Bundeshaushalt vorgesehenen 4,3 Mrd. € bis zum Juli abgerufen. Das seien rund 17 % mehr als zum gleichen Zeitpunkt im Vorjahr.

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