Lob für Agenda 2010 und längere Wochenarbeitszeit
IWF hebt Prognose für Deutschland an

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat seine Wachstumsprognosen für Deutschland nach oben revidiert. Für 2004 sieht der IWF nun ein Wachstum von 1,8 Prozent: Das sind 0,2 Prozentpunkte mehr als noch bei der IWF-Frühjahrstagung im April vorausgesagt.

WASHINGTON. Für 2005 rechnet der Fonds mit einem Wachstum von „etwa zwei Prozent“ gegenüber der Frühjahrsprognose von 1,9 Prozent. Der IWF wird die neuen Zahlen nach Abschluss seiner zwölftägigen Deutschland-Untersuchung am Dienstag veröffentlichen.

Als Grund für die verbesserten Werte gibt der Fonds die „starke Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands im internationalen Handel“ sowie die unverändert hohe globale Nachfrage an. Davon profitiere vor allem der Export. 2005 würden die Exporte in höherem Maße auf die Inlandsnachfrage überschwappen, hieß es. Der IWF-Stab habe zwar zur Diskussion gestellt, ob dieses klassische Muster für eine Konjunkturerholung in Deutschland auch dieses Mal wieder greife, hieß es. Er habe aber keine Anzeichen dafür gefunden, dass dies nicht zutreffen werde. Der Dollar-Kurs habe sich innerhalb der vergangenen zwölf Monaten stabilisiert und den Druck für die Exportwirtschaft vermindert, hieß es. Der in den letzten Wochen zeitweise stark gestiegene Ölpreis habe in der Konjunkturprognose keine Rolle gespielt.

Die in der „Agenda 2010“ zusammengefassten sozialpolitischen Reformen der Bundesregierung wurden vom IWF als „wichtiger Schritt“ gelobt. Es komme nun aber darauf an, weitere Reformen anzupacken. Als größte Herausforderung bezeichnete der Fonds den Arbeitsmarkt: Änderungen bei der Wochen- und Lebensarbeitszeit könnten entlastend wirken, hieß es. Die IWF-Experten begrüßten ausdrücklich die von Siemens kürzlich beschlossene Ausweitung der Wochenarbeitszeit ohne Lohnausgleich als positives Element in der Diskussion.

Michael Backfisch
Michael Backfisch
Handelsblatt / Korrespondent
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