Lob für die Bundesregierung
IWF hebt Wachstumsprognose für die USA an

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat seine Wachstumsprognose für die US-Wirtschaft angehoben. Der Fonds erwartet für die USA nach Angaben seines neuen Chefökonomen Raghuram Rajan für das kommende Jahr jetzt ein Wachstum von vier Prozent.

HB WASHINGTON. „Wahrscheinlich ist sogar noch mehr drin“, sagte Rajan in einem Interview mit dem Handelsblatt. Bis ins zweite Quartal 2004 werde die US-Wirtschaft von den Konjunkturimpulsen der Steuersenkungen profitieren. „Aber auch von anderer Seite kommen ermutigende Signale: Die Unternehmen investieren wieder mehr.“ Das hohe Wachstum werde wahrscheinlich auch dazu führen, dass die Arbeitslosigkeit in den USA im kommenden Jahr deutlich zurückgehe. „Ich bin vorsichtig optimistisch, das dies eintreffen wird.“ Zudem äußerte Rajan sich zuversichtlich, dass die Produktivität in den USA „für einige Zeit zwischen drei und vier Prozent wachsen wird“.

Die Aussichten für den Euro-Raum beurteilt der IWF-Chefvolkswirt dagegen zurückhaltender. „Der Aufschwung in der Euro-Zone hat sich nicht so stark entwickelt, wie wir das noch im Herbst prognostiziert haben.“ Das im September vom IWF für 2004 prognostizierte Wachstum von 1,9 Prozent im Euro-Raum sei nur schwer zu erreichen. „Wahrscheinlich fällt es niedriger aus.“ Es gebe derzeit keine Anzeichen dafür, dass die Investitionen oder der private Verbrauch kurzfristig deutlich anspringen würden. Mittelfristig würde im Euro-Raum durch Struktur-Reformen aber „die Basis für höheres Wachstum gelegt“.

Ausdrücklich lobte Rajan in diesem Zusammenhang die „Agenda 2010“ der Bundesregierung, die er als „Schritt in die richtige Richtung“ bezeichnete. Die Reformen in Deutschland müssten allerdings weitergehen. Der IWF-Chefvolkswirt stellte sich zudem hinter die Pläne der Bundesregierung, die dritte Stufe der Steuerreform auch ohne vollständige Gegenfinanzierung um ein Jahr vorzuziehen – „das wäre auf jeden Fall hilfreich“ für die Konjunktur.

Der Abwärtsdruck auf den US-Dollar dürfte „auf mittlere Sicht“ abnehmen, weil sich das US-Leistungsbilanzdefizit durch höheres Wachstum in Asien und Europa in Zukunft verringern würde. Indirekt sprach er sich gegen mögliche Interventionen der Notenbanken zur Stützung des Dollars aus. „Die Möglichkeiten für Zentralbanken, in Währungsmärkte effektiv einzugreifen, haben in den letzten Jahren abgenommen.“

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%