Lohnpolitik
Brüderle gönnt Deutschen höhere Einkommen

Der Wirtschaftsminister hält die Zeit für steigende Löhne für gekommen. Wenn die Leute mehr Geld in der Tasche haben, läuft auch die Wirtschaft rund, so Brüderles Logik. Die Unternehmen erheben jedoch Einspruch.
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HB BERLIN. Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle hat seine Forderung nach deutlichen Lohnzuwächsen bekräftigt. Der Wirtschaftsaufschwung gehöre den fleißigen Menschen und sollte daher nicht an ihnen vorbeigehen, sagte der FDP-Politiker der „Bild“-Zeitung laut Vorab-Bericht aus der Montagausgabe. Zwar würden über Lohnanhebungen die Tarifpartner entscheiden. „Gleichzeitig gilt aber auch: Leistung muss sich lohnen. Das gehört zur Sozialen Marktwirtschaft. Und das darf sich in guten Zeiten auch in den Tarifabschlüssen niederschlagen.“

Brüderle hatte sich bereits Anfang Oktober für deutlich höhere Löhne ausgesprochen und dabei Unterstützung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) erhalten. Die Wirtschaft hatte dagegen vor Lohnerhöhungen in größerem Umfang gewarnt, da sie sich negativ auf die Konjunktur auswirken könnten. Die Bundesregierung hatte erst vor wenigen Tagen erklärt, sie rechne wegen des kräftigen Aufschwungs mit dem stärksten Lohnanstieg seit dem Wiedervereinigungsboom. Die realen Nettoverdienste dürften 2010 um 2,7 Prozent pro Kopf zunehmen, hatte Brüderle erklärt. Der positive Trend werde sich 2012 auch wegen der rapide sinkenden Arbeitslosigkeit fortsetzen und den privaten Konsum zur tragenden Säule des Aufschwungs machen.

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  • Kalte Progression macht den Staat zum eigentlichen Profiteur v. Gehaltserhöhungen, dass weiss auch der beamte brüderle.

  • Die Arbeitgeber sind strikt gegen Lohnerhöhungen. Sie schreiben den Wirtschaftsboom ausschließlich ihrer Managementleistung und ihrer guten Personalpolitik zu. in ihren Augen war es bereits genug Entgegenkommen der Firmen gegenüber den Arbeitnehmern die Kurzarbeit zu akzeptieren und nicht gleich zur Entlassung zu greifen. Die "hervorragende" Personalpoltik, Ausgrenzung der Absolventen ohne berufserfahrung und Selektion der Arbeitnehmer um 50, ist in deren Meinung der bedeutenste baustein des wirtschaftlichen Erfolgs. Davon werden sie nicht abweichen und dies durch die gewünschte Zuwanderung forcieren. Die Zeichen stehen eher auf Erpressung und Discountlöhne, aber nicht an beteiligung der Arbeitnehmer am Aufschwung.

  • Das ist ja prima, dass es Herr brüderle mir gönnen würde, dass mein Gehalt steigt. Ehrlich gesagt würde ich es mir auch gönnen. Vielleicht würde es ja auch reichen, wenn die Steuerabzüge mein bisheriges Gehalt von Jahr zu Jahr nicht immer mehr aufzehren würden. Schon mal daran gedacht Herr brüderle?

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