Märkte reagieren gelassen
Produktion im September im Rückwärtsgang

Die Erzeugung im deutschen Produzierenden Gewerbe ist im September überraschend zum Vormonat zurückgegangen. Die Branche habe nach vorläufigen Ergebnissen saisonbereinigt 1,2 % weniger hergestellt als im August, teilte das Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit (BMWA) am Freitag in Berlin mit.

HB BERLIN. Von Reuters befragte Analysten hatten im Schnitt dagegen mit einer Zunahme der Produktion um 1,8 % gerechnet, wobei selbst der pessimistischste Analyst noch einen Anstieg von einem Prozent vorausgesagt hatte. „Das ist wirklich erschreckend und kommt wirklich überraschend“, sagte Gerd Haßel von der ING BHF-Bank. Noch erwartet der Analyst aber einen minimalen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts (BIP) im dritten Quartal zum Vorquartal, da der Export sehr gut ausgefallen sei.

Die Finanzmärkte reagierten nur kurz auf die Daten, der deutsche Aktienindex gab vorübergehend einen Teil seiner Gewinne ab. Die grobe Richtung - die Hoffnung auf eine Konjunkturwende - werde von den Daten nicht berührt, erläuterte ein Aktienhändler.

Bereits im August war die Produktion wegen der gleichzeitigen Ferien in den großen Bundesländern um 3,7 % eingebrochen. „Bei der Entwicklung der Gesamterzeugung ist zu berücksichtigen, dass auch der September noch von Ferieneffekten in den drei größten Bundesländern gekennzeichnet war“, erklärte das BMWA zu den Daten. Erst im Oktober werde wieder ein von Ferieneffekten unbelastetes Ergebnis vorliegen. Für das endgültige September-Ergebnis sei noch mit einer „spürbaren“ Aufwärtsrevision zu rechnen, teilte das Ministerium weiter mit.

Am Donnerstag hatten viele Experten den unerwarteten deutlichen Anstieg der Neuaufträge in der Industrie um 0,9 % von August auf September noch als Beleg für die einsetzende Erholung gewertet.

Im weniger schwankungsanfälligen Zweimonatsvergleich August/September zu Juni/Juli ging die Produktion den Angaben zufolge um 2,9 % zurück. Im Vergleich zum Vorjahresmonat nahm das Produktionsvolumen im September nach Berechnungen von Reuters auf Basis von Bundesbank-Daten um 3,6 % ab.

In Westdeutschland nahm die Erzeugung im September um 1,1 % ab, im Osten sank sie um 2,4 %. Die deutsche Industrie stellte den BMWA-Angaben zufolge 1,2 % weniger her als im August. Im Bauhauptgewerbe stieg die Produktion um 1,1 %. Im Energiesektor sank sie um 4,2 %. Die Produktion der Vorleistungsgüterhersteller schrumpfte um 0,8 %, die Konsumgüterproduzenten stellten 3,1 % weniger her. Die Erzeugung von Investitionsgütern nahm um 0,6 % ab.

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