Märkte reagieren positiv
Fed stützt Kreditmärkte mit über einer Billion

Im Kampf gegen die Rezession greift die US-Notenbank zu einer ihrer schärfsten Waffen: Die Fed kündigte am Mittwochabend an, über die kommenden sechs Monate langfristige Staatsanleihen im Wert von bis zu 300 Mrd. Dollar und hypothekenbesicherte Wertpapiere im Umfang von 750 Mrd. Dollar aufzukaufen. Die US-Aktienmärkte reagieren positiv, der Dollar gerät weiter unter Druck.

ben/mm/fmk/HB WASHINGTON/FRANKFURT/ LONDON. Die US-Notenbank greift im Kampf gegen die schwerste Rezession seit Jahrzehnten immer tiefer in die Trickkiste. Wie die Federal Reserve am Mittwoch nach einer Sitzung des Offenmarktausschusses in Washington mitteilte, will sie in den kommenden Monaten langlaufende Staatsanleihen im Volumen von bis zu 300 Mrd. Dollar ankaufen. Bereits laufende Programme zum Ankauf forderungsbesicherter Anleihen sollen außerdem deutlich ausgeweitet werden. Insgesamt dürfte sich damit die Bilanz der Fed um rund eine Billion Dollar aufblähen. Finanziert werden die Ankäufe, durch die weitere Mrd. Dollar in die taumelnde US-Wirtschaft gepumpt werden sollen, durch die Notenpresse. Das bringt den Dollar unter Druck: Der Euro stieg gegenüber der US-Währung zuletzt kräftig um 3,29 Prozent auf 1,3462 Dollar.

Fed-Chef Ben Bernanke erklärte im Begleitkommentar zu dem von einigen Analysten als „dramatisch“ bezeichneten Beschluss, die wirtschaftliche Lage habe sich seit dem letzten Treffen der Notenbanker im Januar weiter verschlechtert. Die Fed werde in dieser Lage alle ihr zur Verfügung stehenden Mittel nutzen, um Schlimmeres zu verhindern. Den nach aggressiven Zinssenkungen im vergangenen Jahr praktisch bedeutungslos gewordenen Leitzins beließ der für die Geldpolitik der Federal Reserve zuständige Offenmarktausschuss wie an den Finanzmärkten erwartet beim bisherigen Zielband zwischen null und 0,25 Prozent. Dort werde er auch eine längere Zeit bleiben, erklärte Bernanke.

Am Anleihenmarkt sorgte die Ankündigung der Notenbank für massive Kursgewinne. Der Dow-Jones-Index drehte nach der Fed-Entscheidung deutlich ins Plus. Bernanke hatte bereits im Dezember die Möglichkeit angedeutet, dass die Fed Staatsanleihen kaufen könnte. Er verfolgt damit das Ziel, den Banken, aber auch dem Staat neue Mrd. zur Verfügung zu stellen. Die Fed ist bereits seit Monaten dabei Liquidität in die verstaatlichten Immobilienfinanzierer Fannie Mae und Freddy Mac zu schießen. Seit Dienstag läuft auch ein Programm mit dem die Fed direkt die Kreditbedingungen für kleine und mittlere Firmen, Studenten und Autofahrer verbessern will.

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