Mai-Daten
Arbeitslosenzahl sinkt weniger als erwartet

Die Zahl der Arbeitslosen ist im Mai erneut gesunken. Allerdings fiel der Rückgang weniger stark aus als erwartet. Saisonbereinigt gab es sogar einen Anstieg. Analysten machen aus ihrer Enttäuschung keinen Hehl.

HB NÜRNBERG. Die Arbeitslosenzahl in Deutschland ist im Mai nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit (BA) auf 3,283 Millionen zurückgegangen. Das sind 131 000 weniger als im April und 529 000 weniger als im Mai vorigen Jahres. Die Arbeitslosenquote sank von April auf Mai unbereinigt um 0,3 Punkte auf 7,8 Prozent.

Der Rückgang gegenüber April fiel allerdings geringer aus als im Durchschnitt der letzten Jahre. Saisonbereinigt ist die Arbeitslosenzahl in Deutschland im Mai sogar um 4000 auf 3,310 Millionen gestiegen. Im Westen nahm die um jahreszeitliche Einflüsse bereinigte Erwerbslosenzahl um 3000 zu, im Osten um 1000.

BA-Chef Frank-Jürgen Weise bestätigte, dass die Arbeitslosigkeit im Mai weniger stark als erwartet zurückging. Eine Umkehr des Trends sieht er aber nicht. Die positive Grundtendenz halte an, sagte er. Die Beschäftigung wachse weiter und die Nachfrage der Unternehmen nach Arbeitskräften bewege weiterhin sich auf hohem Niveau.

Hauptgrund für den geringeren Rückgang im Mai sei der milde Winter gewesen, weniger Bauarbeiter als sonst üblich mussten sich arbeitslos melden. „Dementsprechend kann sich nun im Zuge der Frühjahrsbelebung weniger Arbeitslosigkeit abbauen.“

Auch der stellvertretende Vorsitzende des Verwaltungsrats der Bundesagentur, Peter Clever, rechnet mit einer weiteren Reduzierung der Arbeitslosenzahl. „Die Verbesserung der Lage am Arbeitsmarkt hält an, aber sie verlangsamt sich“, sagte Clever im Deutschlandfunk kurz vor Bekanntgabe der aktuellen Arbeitsmarktdaten.

Grund hierfür seien unter anderem die hohen Energiepreise und die Finanzkrise in den USA. Die Konjunkturlage in Deutschland sei aber im internationalen Vergleich relativ stabil. Clever plädierte dafür, die Arbeitslosenstatistik zu ändern. So sollten auch Beschäftigungen auf dem sogenannten zweiten Arbeitsmarkt und Qualifizierungsmaßnahmen als Arbeitslosigkeit in der Statistik geführt werden.

„Ganz klar eine negative Überraschung“

Volkswirte zeigten sich enttäuscht von den neuen Arbeitsmarktzahlen. „Die Zahlen waren ganz klar eine negative Überraschung für uns“, sagt Eckart Tuchtfeld von der Commerzbank. „Wir hatten zwar mit einer Abschwächung am Arbeitsmarkt gerechnet, diese aber erst später im Jahresverlauf erwartet.“

Auch Helaba-Analyst Stefan Mütze sieht die Anzeichen dafür verstärkt, dass die deutsche Wirtschaft nach dem ersten Quartal nicht mehr so stark sei. „Das zeigt sich auch am Arbeitsmarkt. Die Kapazitäten sind extrem ausgelastet und der Arbeitsmarkt ist sozusagen abgegrast - man findet ja zum Beispiel kaum noch Ingenieure.“

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