Mai-Statistik
Konjunktur drückt Arbeitslosenzahl weiter

Die Bundesagentur für Arbeit hat abermals sinkende Arbeitslosenzahlen verkünden können: Im Mai waren 161 000 Menschen in Deutschland weniger arbeitslos gemeldet als im Monat zuvor. Eine weniger schöne Nachricht musste die Nürnberger Behörde allerdings auch vermelden.

HB NÜRNBERG. Wie die BA am Donnerstag mitteilte, waren im Mai bundesweit 3,806 Millionen Arbeitslose registriert, 723 000 weniger als im Mai 2006. Die Arbeitslosenquote sank von April auf Mai 2007 um 0,4 Punkte auf 9,1 Prozent. Vor einem Jahr hatte sie noch bei 10,9 Prozent gelegen.

In Westdeutschland waren im Mai 2 499 000 Männer und Frauen offiziell ohne Job. Das waren 106 000 weniger als im April und 549 000 weniger als vor einem Jahr. In Ostdeutschland sank die Zahl der Arbeitslosen um 55 000 auf 1 307 000. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies einen Rückgang um 183 000. Die Arbeitslosenquote lag im Westen bei 7,6 Prozent, im Osten bei 15,2.

Der Vorstandschef der Bundesagentur für Arbeit, Frank-Jürgen Weise, sagte, der konjunkturelle Aufschwung in Deutschland dauere an und belebe weiterhin den Arbeitsmarkt. „Die Arbeitslosigkeit ist weiter gesunken, das Beschäftigungswachstum hält an und die Nachfrage nach Arbeitskräften bleibt auf sehr hohem Niveau“, betonte Weise am Donnerstag in Nürnberg. Ein Teil des Rückgangs gehe auf das Konto des saisonüblichen Frühjahrsaufschwungs.

Die Zahl der offenen Stellen im Mai betrug laut Bundesagentur bundesweit 643 000. Das seien 77 000 mehr als vor zwölf Monaten gewesen.

Saisonbereinigt mehr Arbeitslose

Unter Herausrechnung jahreszeitlicher Einflüsse stieg die Arbeitslosigkeit jedoch leicht um 3 000 an. Verantwortlich dafür waren die neuen Länder, die einen saisonbereinigten Zuwachs um 8 000 Erwerbslose verzeichneten. Im Westen nahm die Arbeitslosenzahl dagegen auch saisonbereinigt ab: Das Minus betrug 5 000.

Banken-Volkswirte verwiesen als Erklärung für den geringen gesamtdeutschen Anstieg der saisonbereinigten Arbeitslosenzahl auf den warmen Winter. Bernd Weidensteiner von der DZ Bank etwa meinte: „Im Winter gingen wegen der milden Witterung kaum Arbeitskräfte verloren, etwa am Bau. Das kann im Frühjahr nicht wie sonst üblich nachgeholt werden. In den kommenden Monaten dürften wir dann wieder einen stärkeren Rückgang der Arbeitslosigkeit bekommen.“

Ulrike Kastens von Sal. Oppenheim meinte, der Anstieg sei „kein Beinbruch, sondern nur ein temporärer Effekt“. Peter Meister von der BHF-Bank sagte, der Anstieg sei „mehr oder weniger erwartet worden. Wir hatten in den ersten Monaten des Jahres außergewöhnlich starke Rückgänge [der Arbeitslosenzahl] gesehen. Der Frühjahrsaufschwung kann deshalb gar nicht so stark ausfallen.

Erwerbstätigen-Zahl auf Rekordstand

Die Zahl der Erwerbstätigen in Deutschland ist im April weiter gestiegen und hat den höchsten Stand erreicht, der seit der Wiedervereinigung je für einen April ermittelt wurde. Wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag auf Basis vorläufiger Berechnungen berichtete, waren im Vormonat 39,25 Millionen Deutsche erwerbstätig. Dies seien rund 560 000 Personen oder 1,4 Prozent als im Vorjahresmonat gewesen. Die Erwerbstätigenquote habe 69,6 Prozent betragen und um 1,5 Prozentpunkte höher als im Vorjahresmonat gelegen.

Gegenüber dem Vormonat stieg die Zahl der Erwerbstätigen um 157 000 oder 0,4 Prozent. Saisonbereinigt ergab sich eine Zunahme von 35 000 Personen gegenüber dem Vormonat. Der konjunkturelle Beschäftigungsaufbau der vergangenen Monate hält somit nach Angaben der Behörde mit kaum verminderter Stärke an.

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